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Amerika

US-Soldat zu 24 Jahren Haft verurteilt

Es waren kaltblütig geplante Morde an afghanischen Zivilisten, die er verübt hat. Ein US-Soldat hat sich nun in einem Militärprozess schuldig bekannt und wurde verurteilt - zu 24 Jahren Haft statt lebenslang.

US-Soldaten im Einsatz in Afghanistan (Foto: AP)

Verhalten weitab von der eigentlichen Mission

Aus reiner Mordlust hat er gehandelt - ein US-Soldat hat nun zugegeben, dass es sein "Plan war, Leute zu töten". Ein Militärgericht hat den 22-Jährigen nun wegen Mordes an drei afghanischen Zivilisten zu 24 Jahren Haft verurteilt. Die Entscheidung wurde in der Nacht zum Donnerstag (24.03.2011) bekannt gegeben. Dem Soldaten drohte eine lebenslange Strafe, doch dank eines Tauschgeschäfts mit der Staatsanwaltschaft ist er nun relativ glimpflich davongekommen. Wahrscheinlich muss er nur acht Jahre im Gefängnis absitzen.

Strafreduzierung gegen Aussage

Der Supreme Court der USA (Foto: AP)

Lebenslänglich oder nicht? - die Justiz muss nun entscheiden

Der US-Soldat hatte ein Geständnis und eine Aussage gegen vier Kameraden bei der Anklage eingetauscht gegen eine geringere Strafe. Daher war nicht nur sein Schuldeingeständnis wichtig, sondern auch die Aussage und seine Rolle als Hauptzeuge während des Prozesses gegen die anderen. Der Richter hat diesem Handel nun zugestimmt.

Der Angeklagte und seine Kameraden haben drei Zivilisten in Afghanistan ermordet, obwohl diese keine Gefahr darstellten. Dies bestätigte der Soldat nun vor einem Militärgericht auf einem Stützpunkt im US-Bundesstaat Washington. Anschließend soll die Gruppe aus fünf Infanteristen die Leichen verstümmelt haben. Laut Anklage nahmen sie Körperteile als Trophäen mit und fotografierten sich mit den Leichen.

Der 22-jährige US-Soldat ist der erste der Gruppe, der sich nun vor Gericht verantworten musste. Er habe auch zugegeben, andere Kameraden zusammengeschlagen und eingeschüchtert zu haben, berichtete die Zeitung "Seattle Times". Auch seine vier Kameraden müssen noch vor Gericht. Neben ihnen sind noch sieben weitere Soldaten angeklagt, die nicht so schwerwiegende Verbrechen begangen haben sollen. Beispielsweise soll einer von ihnen die Behörden bei den Ermittlungen behindert haben.

Schlechtes Licht auf US-Armee

Für die US-Streitkräfte ist der Fall ein Desaster. Erst recht nachdem das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" Fotos veröffentlicht hatte, auf denen die Angeklagten mit den Leichen der Opfer posierten. Das Militär bezeichnete die Morde als "widerwärtig für uns als Menschen" und entschuldigte sich dafür. Die Handlungen stünden im Widerspruch zu den Standards und Werten der US-Streitkräfte.

Autor: Nicole Scherschun (dpa, dapd, afp)
Redaktion: Stephan Stickelmann