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Aktuell Amerika

US-Seuchenexperten gegen Zwangsquarantäne für Ebola-Helfer

Im Kampf gegen Ebola hat die US-Gesundheitsbehörde neue nationale Richtlinien beschlossen. Auch Australien reagiert jetzt. Mit restriktiven Maßnahmen soll ein Einschleppen der Seuche in den Kontinent verhindert werden.

Ein Infoblatt zu Ebola in New York (Foto: rtr)

Das Gesundheitsamt in New York gab ein Infoblatt zu Ebola heraus

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat ihre Verhaltensempfehlungen aktualisiert und in vier Kategorien eingeteilt, von hoch- bis gering gefährdet. Hoch und mittel gefährdeten Menschen raten die Experten bei einer Rückkehr aus Westafrika in die USA eine "aktive direkte Überwachung". Das bedeutet, dass in der Inkubationszeit von drei Wochen täglich mehrmals die Körpertemperatur gemessen werden sollte. Zudem sollten Personen, die zu diesen Risikogruppen zählen, öffentliche Verkehrsmittel und größere Menschen-Ansammlungen meiden und ihre Reiseaktivitäten einschränken.

Als hochgefährdet gilt laut CDC vor allem medizinisches Personal, das in von Ebola betroffenen Ländern Patienten behandelt hat und mit ansteckenden Körperflüssigkeiten in Berührung gekommen ist. Dazu zählen aber auch Pflegekräfte oder Familienmitglieder, die einen an Ebola gestorbenen Menschen berührt haben. Mittel gefährdete Personen sind danach all jene, die auf irgendeine Art und Weise mit Ebola-Patienten zu tun hatten.

Auch in Afrika begann die klinische Erprobung eines Ebola-Impfstoffes - hier ein Freiwilliger in Mali (Foto: dpa)

Auch in Afrika begann die klinische Erprobung eines Ebola-Impfstoffes - hier ein Freiwilliger in Mali

Keine Zwangsquarantäne

Eine generelle dreiwöchige Quarantäne für Ebola-Helfer lehnen die Seuchenfachleute ab. Empfehlenswert sei eine Isolierung - und dann auch nur auf freiwilliger Basis und zuhause - etwa für Helfer, die sich beispielsweise bei der Pflege von Ebola-Patienten mit einer Nadel gestochen hätten, teilten die Experten weiter mit. Die US-Behörde stellt sich damit gegen die Bundesstaaten New York, New Jersey und Illinois, die für heimkehrende Krankenschwestern und Ärzte aus Sierra Leone, Liberia und Guinea eine Zwangsquarantäne angeordnet haben. Die Maßnahmen sind von der US-Regierung und den Vereinten Nationen kritisiert worden.

Weniger gefährdetem medizinischem Personal, das in Schutzanzügen mit Patienten zu tun hatte, empfehlen die amerikanischen Fachleute, zweimal am Tag die Körpertemperatur zu messen. Gering gefährdete Menschen, die kürzlich in Westafrika waren und wissentlich keinen Kontakt zu Ebola-Kranken hatten, sollten laut den neuen Richtlinien ihre Körpertemperatur "im Auge behalten".

Ebola-Test bei Fünfjährigem negativ

Unterdessen hat sich der Verdacht auf Ebola bei einem fünfjährigen Jungen in New York zunächst nicht bestätigt. Er sei negativ auf das Virus getestet worden, teilten die New Yorker Gesundheitsbehörde und das Krankenhaus mit, in dem er behandelt wird. Der Junge, der vor kurzem in Westafrika gewesen war, bleibt dennoch auf der Isolierstation des Bellevue Hospitals. Dort soll er nochmals auf das Virus getestet werden, um sicherzustellen, dass sein leichtes Fieber nicht in Zusammenhang mit der Seuche steht. In den USA gibt es bislang vier bestätigte Ebola-Fälle.

Australien stoppt Visavergabe

Im Kampf gegen Ebola greift jetzt auch Australien zu Maßnahmen, um ein Einschleppen der Seuche zu verhindern. So werden vorerst keine Visa mehr für Reisende aus Ebola-Ländern ausgestellt. Einwanderungsminister Scott Morrison wies darauf hin, dass Anträge aus den betroffenen westafrikanischen Staaten nicht mehr bearbeitet würden. Menschen mit einem Dauervisum sollen 21 Tage lang unter Quarantäne gestellt werden, bevor ihnen die Einreise erlaubt wird. In Australien gibt es bislang noch keinen Ebola-Fall.

se/as (ape, afpe, rtr)

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