US-Seuchenbehörde muss Wörter meiden | Aktuell Amerika | DW | 16.12.2017
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Vereinigte Staaten

US-Seuchenbehörde muss Wörter meiden

Die Trump-Regierung hat der Seuchenbehörde CDC offenbar untersagt, künftig bestimmte Wörter in bestimmten Dokumenten zu nutzen. In der Behörde herrsche "Ungläubigkeit" über die Anordnung aus Washington, heißt es.

Insgesamt umfasse die Schwarze Liste sieben Begriffe oder Formulierungen, berichtet die Zeitung "Washington Post". Verboten sind demnach in allen offiziellen Papieren, die von der CDC im Zusammenhang mit ihrem Budgetvorschlag für das nächste Haushaltsjahr erstellt werden:

  • "Transgender"
  • "Fötus"
  • "Diversität"
  • "Anspruchsberechtigung"
  • "verwundbar"
  • "auf wissenschaftlicher Grundlage" und
  • "auf der Grundlage von Beweisen"

Das hätten hochrangige CDC-Beamte ihren Mitarbeitern bei einem Briefing in dieser Woche mitgeteilt, meldet die Zeitung unter Berufung auf einen Ohrenzeugen. Die Menschen im Raum hätten mit "Ungläubigkeit" reagiert, so der bei dem Treffen anwesende Politikanalyst weiter. Er selbst habe einen derartigen Schritt aus ideologischen Gründen bisher noch nie erlebt.

Laut "Washington Post" werden die nun verbotenen Wörter unter anderem im Zusammenhang mit bestimmten Forschungsprojekten und Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung verwendet. Als Beispiel wurden Programme zur Verhütung von Aids unter Transgendern oder Forschungen zu den Auswirkungen des Zika-Virus auf Föten genannt.

Alternative Formulierungen

In einigen Fällen wurden den CDC-Mitarbeitern nach Angaben der Zeitung alternative Formulierungen vorgeschlagen: Demnach hält es die Regierung von US-Präsident Donald Trump für eine gute Idee, statt "auf wissenschaftlicher Grundlage" zu sagen: "Die CDC basiert ihre Empfehlungen auf Wissenschaft unter Berücksichtigung öffentlicher Standards und Wünsche."

Die CDC ist dem Gesundheitsministerium unterstellt, hat mehr als 12.000 Mitarbeiter und ein jährliches Budget von umgerechnet etwa sechs Milliarden Euro. Sie ist nicht nur in den USA aktiv, sondern weltweit. Ihre Aufgaben reichen von der Verhütung ansteckender Krankheiten über Nahrungsmittelsicherheit bis hin zur Bekämpfung von Krebs und Herzerkrankungen.

wa/rk (dpa)

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