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Aktuell Amerika

US-Schriftsteller Ray Bradbury gestorben

Der Science-Fiction-Schriftsteller Ray Bradbury ist tot. Der Autor starb mit 91 Jahren in Kalifornien. Sein bekanntester Roman ist "Fahrenheit 451" über ein Staatswesen, in dem Bücher verbrannt werden.

Der Autor Ray Bradbury im Rollstuhl bei einer Feirer in einem Disney-Park in Anaheim (Archivfoto Reuters 2005)

Ray Bradbury

Nach Angaben seines Verlags HarperCollins starb Ray Bradbury nach einer langen Krankheit in Los Angeles. Insgesamt schrieb er 30 Romane und mehr als 600 Kurzgeschichten. Der Durchbruch gelang Bradbury bereits 1950 mit den "Mars-Chroniken". Er schildert darin die Versuche von Menschen, in den Jahren 1999 bis 2026 den Planeten Mars zu kolonisieren. Das Buch wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt.

Bradburys berühmtestes Werk ist der drei Jahre später veröffentlichte Roman "Fahrenheit 451". Inspiriert vom Kalten Krieg, dem Aufstieg des Fernsehens und seiner eigenen Liebe für Büchereien erzählt er darin eine apokalyptische Geschichte von einer repressiven Welt, in der Feuerwehrmänner die Aufgabe haben, Bücher zu verbrennen anstatt Feuer zu löschen. Die Temperatur Fahrenheit 451 entspricht 232 Grad Celsius, dem Hitzegrad, bei dem Bücherpapier Feuer fängt und verbrennt. Dies wurde als deutliches Plädoyer des Autors gegen Zensur, Konformismus und Totalitarismus gedeutet.

Futuristischer Klassiker

Bradbury selbst bezeichnete "Fahrenheit 451" als sein einziges wirkliches Science-Fiction-Werk. Der futuristische Klassiker, der oft in einem Atemzug mit George Orwells "1984" und Aldous Huxleys "Schöne neue Welt" genannt wird, wurde vom französischen Regisseur François Truffaut 1966 verfilmt - mit Oskar Werner und Julie Christie in den Hauptrollen.

Ray Bradbury posiert mit einem Bild in einem Schulprojekt in Los Angeles (Archivfoto AP 1966)

Ray Bradbury posiert 1966 mit einem Bild aus einem Schulprojekt zu einem seiner Stücke in Los Angeles

Bradbury verfasste auch Theaterstücke und Drehbücher, beispielsweise für den Film "Moby Dick" von John Huston aus dem Jahr 1956, aber auch für Fernsehserien wie "Die Vierte Dimension" oder für Episoden der Krimi-Reihe "Alfred Hitchcock präsentiert".

Der Sohn eines Technikers und einer schwedischstämmigen Mutter wurde im August 1920 im US-Bundesstaat Illinois geboren. Im Alter von 14 Jahren zog er mit seinen Eltern nach Los Angeles. Drei Jahre später erschien seine Kurzgeschichte "Script" in einer Science-Fiction-Zeitschrift.

Ein "hybrider Autor"

In einem Interview aus dem Jahr 2000 sagte Bradbury, am amüsantesten in seinem Leben sei gewesen, morgens aufzuwachen und zu seiner Schreibmaschine zu rennen, weil er immer eine neue Idee gehabt habe. "Ich war immer ein hybrider Autor", erklärte Bradbury im Jahr 2009. "Ich bin völlig verliebt in Filme, ich bin völlig verliebt in das Theater und ich bin völlig verliebt in Büchereien."

Auch in den letzten Jahren seines Lebens war Bradbury noch sehr aktiv, obwohl er durch einen Schlaganfall an einen Rollstuhl gefesselt war. Er veröffentlichte Romane, Theaterstücke, Drehbücher und einen Gedichtband. Bradbury schrieb noch jeden Tag und erschien ab und zu auch bei Terminen in Los Angeles, wie etwa Benefizveranstaltungen für öffentliche Büchereien.

Bradbury erhielt zwar nie den Pulitzer-Preis, 2007 würdigten die Juroren ihn aber mit einer besonderen Erwähnung für seine "bedeutende, produktive und sehr einflussreiche Karriere als unerreichter Science-Fiction- und Fantasy-Autor". 1977 wurde er mit dem World Fantasy Award ausgezeichnet, 2000 erhielt er den Ehrenpreis für sein Lebenswerk bei den National Book Awards. Im Jahr 2002 ehrte Hollywood Bradbury mit einem Stern auf dem Walk of Fame.

kle/haz (afp, dapd, dpa, rtre)