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Wirtschaft

US-Richter hebt Blockade gegen Argentinien auf

Vor 15 Jahren war Argentinien pleite. Seitdem sitzen dem Land private Gläubiger im Nacken. Doch nach der Enscheidung eines US-Gerichts könnte der Finanz-Krimi nun ein Ende haben.

Argentinien Hedgefonds Proteste

Proteste gegen die Hedge-Fonds im Jahr 2014

Im Jahr 2001 war die argentinische Staatskasse leer - das Land war bankrott und konnte viele seiner Anleihen nicht zurückzahlen. Viele Gläubiger akzeptierten einen deutlichen Abschlag auf die Summen, die sie dem Land geliehen hatten.

Einige US-Hedgefonds kauften damals argentinische Anleihen auf. Sie weigerten sich, einem Schuldenschnitt zuzustimmen, weil sie darauf spekulierten, dass Argentinien eines Tages wieder in der Lage sein werde, seine Schulden zurückzuzahlen.

Für sie zeichnet sich nun ein Erfolg ab. Denn Argentinien hat nun eine wichtige Hürde genommen, um seine Schulden zu begleichen. Ein Berufungsgericht in New York bestätigte die Aufhebung einer Verfügung, die dem Land den Zugang zu den Kapitalmärkten versperrt hatte.

Ein US-Richter hatte zuvor geurteilt, dass Argentinien erst seine Schulden bei den Hedgefonds in voller Höhe begleichen müsse, bevor es Geld an andere Gläubiger auszahlen dürfe. Dadurch war das Land faktisch vom Kapitalmarkt abgeschnitten.

Buenos Aires kann nun das nötige Geld bei Investoren besorgen, um die Rechnungen bei den Hedgefonds zu begleichen und so den Rechtsstreit zu beenden.

Spätes Übereinkommen

Cristina Fernandez de Kirchner

Aregentiniens ehemalige Präsiodentin Cristina Fernández de Kirchner

Bei den Hedgefonds geht es um die Unternehmen NML Capital und Aurelius. Sie hatten bisher auf dem Nennwert der Anleihen bestanden, also der vollen Summe.

Das hat die linksgerichtete Regierung der früheren argentinischen Präsidentin Cristina Kirchner vehement abgelehnt. Sie bezeichnete die klagenden Hedgefonds als "Geierfonds". Anders als die Fonds hatten mehr als 90 Prozent der Gläubiger in den Jahren 2005 und 2010 einen Schuldenschnitt von 70 Prozent akzeptiert.

Kirchners konservativer Nachfolge Mauricio Macri, der im vergangenen November sein Amt antrat, vollzog dann aber einen Kurswechsel und ließ innerhalb kurzer Zeit die Einigung mit den Hedgefonds aushandeln. Ende Februar 2016 einigte sich Argentinien dann auf einen Vergleich in Höhe von 4,65 Milliarden Dollar (4,1 Mrd Euro). Das entspricht etwa 75 Prozent der ursprünglichen Forderungen.

nm/bea (dpa, afp)

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