US-Republikaner Roy Moore scheitert mit Wahlanfechtung | Aktuell Amerika | DW | 28.12.2017
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Senatswahl in Alabama

US-Republikaner Roy Moore scheitert mit Wahlanfechtung

Der Demokrat Doug Jones ist offiziell zum Sieger der Senatswahl in Alabama ernannt worden. Sein republikanischer Kontrahent Roy Moore wollte das mit einer Beschwerde wegen angeblichem Wahlbetrug verhindern.

Normalerweise siegen bei Senatswahlen in Alabama die republikanischen Kandidaten. Das ist seit 25 Jahren so in dem südlichen US-Bundesstaat. Nicht so bei der Wahl vom 12. Dezember. Da unterlag der republikanische Kandidat Roy Moore überraschend gegen seinen demokratischen Konkurrenten Doug Jones. Jones hatte bei der Nachwahl 49,9 Prozent der Stimmen bekommen, Moore kam auf 48,4 Prozent - der Abstand betrug nur rund 21.000 Stimmen. Und dieses Ergebnis hat die Wahlkommission nun offiziell bestätigt.

Der erzkonservative Moore wollte die Niederlage nicht hinnehmen und erhob Einspruch gegen das Ergebnis. Der 70-Jährige reichte eine formelle Beschwerde bei einem Gericht in Montgomery ein und forderte eine Untersuchung auf möglichen Wahlbetrug. Es habe Unregelmäßigkeiten gegeben, sagte er. So seien Menschen ohne Wahlberechtigung zur Wahl zugelassen worden und in rund 20 Stimmbezirken sei die Wahlbeteiligung ungewöhnlich hoch gewesen. Doch der Richter wies die Beschwerde ab. Jones kann damit am 3. Januar vor US-Vizepräsident Mike Pence seinen Amtseid ablegen.

Alabama Senats-Nachwahlen Doug Jones (Getty Images/J. Sullivan)

Der Wahlsieger: Doug Jones von den Demokraten

Sexvorwürfe gegen Moore

Der Wahl in Alabama war ein erbitterter Wahlkampf vorausgegangen. Moore ist nicht nur wegen seiner stramm konservativen Positionen heftig umstritten. Mehrere Frauen werfen ihm zudem sexuelle Belästigung vor. Sie waren zum fraglichen Zeitpunkt noch minderjährig. Moore bestreitet das und spricht von einer Hetzkampagne seiner politischen Gegner.

Viele Republikaner in Washington gingen dennoch auf Distanz zu dem ehemaligen Richter. Der US-amerikanische Politikwissenschaftler Andrew Denison sagte der Deutschen Welle, Moores Charakter sei der entscheidende Faktor in dieser Wahl gewesen.

Für die Republikaner und US-Präsident Donald Trump ist Moores Niederlage schmerzlich: Ihre Mehrheit im Senat schrumpft damit auf 51 zu 49 Stimmen.

mm/fab (afp, ap, dpa)

 

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