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Wirtschaft

US-Protektionismus schadet ThyssenKrupp

Die deutschen Stahlexporte in die USA haben unter den hohen Sonderzöllen gelitten. Das Hochwasser hingegen bringt Aufträge für die Bauindustrie. Der DAX quittierte die Meldungen des Tages mit einem schwankenden Verlauf.

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DAX: Nach Tagesverlusten schließlich leicht im Plus.

Die deutschen Stahlexporte in die USA sind im zweiten Quartal 2002 um fast zwei Drittel im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Das berichtete die Wirtschaftsvereinigung Stahl. Dem deutschen Stahlunternehmen Nummer eins, ThyssenKrupp, tat die Meldung nicht gut. Die Aktie verlor 2,9 Prozent. Ende März hatte US-Präsident George W. Bush zum Schutz der angeschlagenen amerikanischen Stahlindustrie Einfuhrzölle von bis zu 30 Prozent verhängt.

Wenig Gutes kam auch vom Verbrauchervertrauen aus den USA. Der von der Universität Michigan errechnete Index sank auf 87,9 Punkte. Erwartet hatten die Analysten im Durchschnitt 88,3 Zähler.

Unschlüssiger Aktienmarkt

Der DAX gab daraufhin deutlich ab, konnte sich aber bis zum Handelsschluss wieder auf 3.653 Punkte erholen. Das war ein Plus von 0,4 Prozent. Der Nemax50 verlor dagegen 1,6 Prozent auf 483 Punkte.

Telekom: Aktionäre horchen auf

Für Schlagzeilen sorgte ein Interview des neuen Telekom-Chefs Helmut Sihler in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die Deutsche Telekom sei in einer ernsten Situation und müsse daher ihre Auslandsengagements überdenken, sagte er. Die Börsianer lasen es mit Freude und dachten dabei sofort an einen Verkauf der US-Mobilfunktochter Voicestream. Der T-Aktie verlieh die Verkaufs-Phantasie Auftrieb: Sie stieg um 3,3 Prozent.

Die Telekom hat Voicestream erst vor einem Jahr für einen Preis von etwa 40 Milliarden Euro gekauft. Analysten wie von der US-amerikanischen Investmentbank Merrill Lynch regen seit längerem einen Verkauf von Voicestream an. Damit könnten die hohen Schulden der Telekom von über 60 Milliarden Euro gesenkt werden. Allerdings hatte Voicestream im zweiten Quartal überraschend viele, nämlich 525.000 Neukunden gewinnen können.

Comdirect verdient Geld

Zahlen kamen vom Onlinebroker Comdirect. Er will trotz eines positiven Ergebnisses im ersten Halbjahr seine Kosten deutlich senken, sagte Firmenchef Achim Kassow. Im zweiten Quartal erzielte die mehrheitlich zur Commerzbank gehörende Bank ein Vorsteuerergebnis von 2,2 Millionen Euro nach einem Verlust von 26 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die Analysten hatte nur mit einer Million Euro Gewinn gerechnet. Das Plus erzielte die Comdirect vor allem durch den Verkauf von defizitären Auslandstöchtern. Der Kurs stieg um 1,5 Prozent.

Sonderkonjunkturen durch das Hochwasser

Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wird die Hochwasserkatastrophe für einige Branchen Aufträge in Milliardenhöhe bringen. Das könnte vor allem der Bauwirtschaft zu Gute kommen, sagte der Leiter der DIW-Konjunkturabteilung, Gustav Horn. Straßen, Brücken und Bahnstrecken müssten repariert, Häuser saniert werden. Den Bauaktien an der Frankfurter Börse tat die Meldung gut: Die zum RWE-Konzern gehörende Hochtief legte 7 Prozent zu, die Kölner Strabag 6 Prozent und die Mannheimer Firma Bilfinger Berger sogar 11 Prozent.


Rentenmärkte

Wenig Neues am Rentemarkt: Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen unverändert bei 4,34 Prozent fest. Der Bund-Future verlor 0,1 Prozent auf 110,69 Punkte.


Devisenkurse

Der Euro dagegen leicht im Plus. Nach den Referenzkursen der Europäischen Zentralbank entsprach ein Euro:

0,9825 US-Dollar,
0,6403 Britischen Pfund und
115,37 Japanischen Yen


Die Dax-Kurse im Einzelnen, wie immer in Euro und ohne Gewähr:

Adidas-Salomon 75,20 -1,62
Allianz 124,52 -1,98
BASF 41,13 -0,27
Bayer 23,91 -0,10
Bay. HypoVereinsbank 20,40 -0,26
BMW 39,49 -0,71
Commerzbank 10,65 +0,11
DaimlerChrysler 45,20 -0,03
Degussa 31,79 -0,06
Deutsche Bank 61,00 +0,74
Deutsche Post 10,49 +0,14
Deutsche Telekom 11,00 +0,35
E.ON 52,50 +0,56
Epcos 14,70 -0,27
Fresenius Medical Care 32,90 -0,50
Henkel 65,00 +0,05
Infineon Technologies 11,80 +0,45
Linde 45,34 -0,16
Lufthansa 11,45 -0,40
MAN 19,45 +0,22
Metro 25,80 +0,13
MLP 14,76 -0,24
Münchener Rück 194,29 +0,94
TUI 37,53 -0,11
RWE 77,20 +1,15
SAP 58,06 +0,32
Schering 49,15 +1,06
Siemens 12,25 -0,36
ThyssenKrupp 20,40 +0,18
VW 47,95 -0,15

  • Datum 16.08.2002
  • Autorin/Autor Johannes Beck
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  • Permalink http://p.dw.com/p/2Z5s
  • Datum 16.08.2002
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