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Nahost

US-Präsident Bush: "Es ist nicht an der Zeit zu packen"

Vier Jahre nach Kriegsbeginn hat US-Präsident George W. Bush seinen umstrittenen Irak-Kurs erneut verteidigt und um Geduld gebeten. Im Irak hielt die Gewalt unterdessen an.

George W. Bush:

George W. Bush: "Gute und schlechte Tage werden vor uns liegen"

Für die im Irak stationierten Soldaten sei es noch nicht an der Zeit, "zu packen und nach Hause zu gehen", sagte Bush am Montag (19.03.2007) in einer kurzen Ansprache zum vierten Jahrestag des US-geführten Einmarsches im Irak. Sein Plan, 21.500 weitere US-Soldaten nach Bagdad und in die Unruheprovinz Anbar zu schicken, werde "länger brauchen, um zu wirken". "Vor uns werden gute Tage und schlechte Tage liegen, während sich der Sicherheitsplan entfaltet", sagte der Präsident. Während sich Bush vom langfristigen Erfolg seiner Strategie überzeugt zeigte, macht sich innerhalb der irakischen Bevölkerung zunehmend Resignation breit.

Aufgrund der Herausforderungen im Irak könnte man versucht sein, einen raschen Abzug als "beste Option" anzusehen, sagte Bush in seiner vom Fernsehen übertragenen achtminütigen Erklärung nach einer Videokonferenz mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri el Maliki. Kurzfristig möge dies zufriedenstellend sein, die Konsequenzen für Amerikas Sicherheit aber wären verheerend, warnte der US-Präsident. Die neue Sicherheitsstrategie für Bagdad sei erst in der Anfangsphase. Müssten die US-Soldaten jetzt gehen, würde die Gewalt das gesamte Land und schließlich auch die Region erfassen und der Irak zum "sicheren Hafen" für Terroristen werden.

Schlechte Umfragewerte

Am Vorabend des vierten Jahrestags des Irak-Kriegs wies Bush erneut auf die bereits erreichten "Fortschritte" hin: Ein Diktator sei gestürzt und für seine Verbrechen zur Rechenschaft gezogen worden, zwölf Millionen Iraker hätten frei wählen können, ihre Führer arbeiteten nun am Aufbau einer demokratischen Gesellschaft. Ohne wie früher ausdrücklich von einem "Sieg" zu sprechen, betonte Bush, noch könne der Kampf gewonnen werden.

Innerhalb der US-Bevölkerung schrumpft die Zustimmung zu Bushs Irak-Strategie weiter. Nach einer am Montag veröffentlichten CNN-Umfrage befürworten nur noch 32 Prozent der US-Bürger den Krieg; kurz nach seinem Beginn am 20. März 2003 waren es noch 72 Prozent. In mehreren US-Städten hatten am Wochenende zehntausende Menschen gegen den Krieg im Irak demonstriert. Die oppositionellen Demokraten wollen nun ihren Druck für einen raschen Truppenabzug weiter erhöhen. Mitte der Woche berät das Repräsentantenhaus über weitere Gelder für die Kriege in Irak und Afghanistan; vergangene Woche hatten die Demokraten deren Bewilligung mit der Forderung verknüpft, dass die US-Kampfeinheiten den Irak spätestens zum September 2008 verlassen müssen.

Im Irak hielt die Gewalt unterdessen an: Am Montag starben 23 Menschen bei Anschlägen und Angriffen, darunter allein 15 in der Öl-Stadt Kirkuk. (stl)

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