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Aktuell Amerika

US-Pharmariese Pfizer stoppt Mittel für Todesspritze

In den USA werden Hinrichtungen per Todesspritze vollzogen. Nach qualvollen Exekutionen hat sich die Debatte um die Todesstrafe verschärft. Der Pharmakonzern Pfizer will jetzt keine Gift-Substanzen mehr liefern.

"Pfizer lehnt den Einsatz seiner Produkte als tödliche Injektionen bei der Vollstreckung der Todesstrafe strikt ab", erklärte der größte Pharmakonzern der USA auf seiner Internetseite.

Pfizer war der letzte Lieferant

Damit hat einem Bericht der "New York Times" zufolge der letzte Lieferant solcher Mittel den Einsatz seiner Produkte bei Hinrichtungen untersagt. Vor Pfizer hatten mehr als zwanzig Pharmaunternehmen aus Europa und den USA diesen Schritt unternommen.

Insgesamt sind nach Konzernangaben sieben Produkte von den Lieferbeschränkungen betroffen. Dazu gehört unter anderem das Narkosemittel Propofol. Es war unter anderem deshalb zu zweifelhafter Berühmtheit gelangt, weil es den Tod von Popstar Michael Jackson verursacht haben soll.

Mit der Entscheidung von Pfizer wird es für die Behörden nun schwer, die nötigen Mittel für die tödlichen Spritzen zu erhalten. Maya Foa von der Menschenrechtsorganisation Reprieve formulierte es noch deutlicher: "Staaten, die die Todesstrafe vollstrecken, müssen sich die Mittel für die Herstellung von Todesspritzen nun im Untergrund besorgen", sagte Foa in einem Interview der "New York Times".

In den USA haben inzwischen viele Bundesstaaten die Vollstreckung der Todesstrafe ausgesetzt. Zuletzt hatte sich Ohio dafür entschieden. Bis 2017 dürfen dort keine Todesurteile vollstreckt werden.

Qualvolle Hinrichtungen und Justiz-Irrtümer

Für diese Entwicklung gibt es mehrere Gründe. Zum einen hat es in den vergangenen Jahren eine Reihe qualvoll langer Hinrichtungen gegeben. Dabei wurden Giftcocktails verabreicht mit kaum erprobten Mischungen. Zum anderen werden in den USA immer wieder Fälle bekannt, in denen Unschuldige zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden.

haz/bor (rtr, dpa, spon)