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Aktuell Kultur

US-Oscar-Akademie kündigt "historische" Reformen an

Nach der heftigen Kritik an den Nominierungen von ausschließlich weißen Schauspielern für die diesjährigen Oscars will die US-Filmakademie in Hollywood mehr Frauen und Angehörige von Minderheiten aufnehmen.

Vergoldete Oscar-Statuen (Foto: dpa)

Vergoldete Oscar-Statuen

Die Oscar-Akademie will durch neue Mitgliedsregeln für mehr Vielfalt in dem Verband sorgen. Die "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" in Hollywood kündigte "historische" Maßnahmen an, um mehr Frauen und Angehörige von Minderheiten aufzunehmen.

Wie die Akademie in Los Angeles im US-Bundesstaat Kalifornien mitteilte, billigte der Vorstand neue Regeln mit dem Ziel, die Zahl von Frauen und von Angehörigen von Minderheiten bis zum Jahr 2020 zu verdoppeln. Das bisherige lebenslange Stimmrecht soll auf zehn Jahre beschränkt werden. Eine Verlängerung ist nur dann möglich, wenn das Mitglied weiterhin aktiv im Filmgeschäft tätig ist. Bei der jährlichen Berufung neuer Mitglieder soll aus einem vielfältigeren Pool geschöpft werden.

Weiße, alte Männer

Derzeit sind nach Medienberichten von den 7000 Akademie-Mitgliedern, die über die Oscar-Nominierungen und später auch über die Gewinner entscheiden, 94 Prozent weiß und 77 Prozent männlich. Das Durchschnittsalter liege bei mehr als 60 Jahren, hieß es in den Berichten.

Mit der Ankündigung von Reformen reagierte die Akademie auf die wachsende Kritik an der erneuten Nicht-Nominierung schwarzer Filmschaffender für die Oscars. Zum zweiten Mal in Folge hatten die Wähler der Film-Akademie Afroamerikaner in den vier Schauspielkategorien für den wichtigsten Filmpreis der Welt völlig übersehen.

Unter dem Internet-Schlagwort #oscarssowhite wurde das schon 2015 heftig in Sozialen Netzwerken kritisiert. Mehrere prominente schwarze Schauspieler wie Will Smith erklärten, sie würden die Oscar-Verleihung boykottieren.

US-Schauspieler Will Smith mit seiner Frau Jada Pinkett Smith (Foto: dpa)

US-Schauspieler Will Smith mit seiner Frau Jada Pinkett Smith

Auch weiße Stars wie Oscar-Preisträger George Clooney kritisierten die Nominierungspraxis der Akademie. Latinos und Frauen seien ebenfalls davon betroffen. Vor zehn Jahren habe es mehr Nominierungen für Schwarze gegeben, etwa für Don Cheadle und Morgan Freeman. "Wir gehen in die falsche Richtung", sagte Clooney der Filmzeitschrift "Variety" . "Wir müssen das besser machen. Wir waren schon mal besser." Die Oscars werden am 28. Februar bei einer Gala in Los Angeles vergeben. Als Moderator steht mit Chris Rock ausgerechnet ein schwarzer Entertainer auf der Bühne.

wl/jj (dpa, afp)