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US Open

US-Open: Nächste Kerber-Pleite in Runde 1

Titelverteidigerin Angelique Kerber ist bei den US Open sang- und klanglos gleich in der 1. Runde ausgeschieden. Alexander und Mischa Zverev taten sich in New York schwer, sind aber weiter. Und es gibt eine Überraschung.

Enttäuscht schulterte Angelique Kerber ihre Tennistaschen und verließ nach einem bitteren Erstrunden-Aus eilig die Stätte ihres Vorjahres-Triumphs. Mit dem unerwartet klaren 3:6, 1:6 gegen die Japanerin Naomi Osaka bei den US Open hat die zweimalige Grand-Slam-Siegerin den nächsten Tiefpunkt erreicht.

Die Titelverteidigerin zeigte knapp ein Jahr nach ihrem Triumph in New York eine enttäuschende Leistung. Nach 64 Minuten war die Partie am Dienstag gegen die respektlos und stark auftretende Weltranglisten-45. vorbei, Kerber wehrte sich zu wenig. 

"Das war nicht mein Tag. Ich habe immer geglaubt, dass ich das Match noch drehen kann, denn ich kam eigentlich mit einem guten Gefühl hierher", sagte Kerber, als sie eine knappe Stunde nach der Niederlage traurig im Medienraum saß. Ein wenig kämpferisch gab sie sich trotzdem: "Ich gebe nicht auf, ich weiß, was ich kann."

Erstmals seit zwölf Jahren scheitert eine Titelverteidigerin in Runde 1

Die Debatten, ob die Kielerin in New York nach einer bislang enttäuschenden Saison den Wendepunkt schaffen kann, waren schon nach dem zweiten Turniertag obsolet, weil eine 19-jährige Japanerin für eine riesige Überraschung sorgte. Letzmals war bei den US Open vor zwölf Jahren die Russin Swetlana Kusnezowa als Titelverteidigerin in der ersten Runde ausgeschieden.

Die norddeutsche Nummer sechs der Welt setzte damit ihre schwachen Ergebnisse in dieser Saison auch in New York fort. Nun wird sie voraussichtlich aus den Top Ten fallen. 

Kerber agiert ängstlich und verunsichert

Die 29-Jährige wirkte von Anfang an verunsichert sowie ängstlich und hatte Probleme, ihren Rhythmus zu finden. "Das ist zu einfach", haderte die Linkshänderin nach einem leichten Fehler bereits bei 2:2. 

Mit einem Doppelfehler schenkte Kerber der erst 19 Jahre alten Japanerin bei 3:4 die Möglichkeit zum Break und gab das Spiel ab. Mit einer Vorhand ins Netz beim Return überließ sie der Außenseiterin wenig später den ersten Satz. 

Osaka spielt sich in einen Rausch

Bei den Australian Open scheiterte die Linkshänderin als Titelverteidigerin im Achtelfinale, bei den French Open erlebte wie jetzt ein Erstrunden-Debakel. Der starke Auftritt in der Runde der besten 16 in Wimbledon gegen die spätere Siegerin Garbiñe Muguruza hatte kurzzeitig für Hoffnung gesorgt.

Doch ihre Gegnerin Osaka spielte sich gegen die Deutsche in einen Rausch. Im zweiten Satz lag Kerber von Anfang an zurück, die Wende gelang ihr nicht.

Regen bringt Turnierablauf durcheinander

Bei den Herren erreichte der zweimalige US-Open-Sieger Rafael Nadal ohne Probleme die zweite Runde. Unter dem geschlossenen Dach des Arthur-Ashe-Stadiums setzte sich der spanische Weltranglisten-Erste am Dienstag gegen Dusan Lajovic aus Serbien 7:6 (8:6), 6:2, 6:2 durch.

Die Partien auf den Außenplätzen hatten die Organisatoren wegen des Regens in New York bereits am Nachmittag auf Mittwoch verschoben. Betroffen waren auch acht Spiele mit deutscher Beteiligung. Die Matches von Andrea Petkovic (Darmstadt) und Qualifikant Maximilian Marterer (Nürnberg) hatten im zweiten beziehungsweise dritten Satz abgebrochen werden müssen. 

Deutschland Alexander Zverev gewinnt das Spiel gegen Darian King beim US Open (picture-alliance/dpa/AP/K. Willens)

Alexander Zverev bejubelt seinen Sieg gegen Darian King bei den US Open.

Zverev gegen Qualifikant weiter

Nach den verletzungsbedingten Absagen der Top-Spieler für die US Open in New York hat der deutsche Tennis-Profi Alexander Zverev bei den Männern durchaus die Chance, sein erstes Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. In der ersten Runde hatte Zverev jedoch etwas mehr Mühe, als ihm lieb war. Der mit vielen Vorschusslorbeeren gestartete Zverev musste beim 7:6 (11:9), 7:5 und 6:4 in 2:50 Stunden gegen den Qualifikanten Darian King aus Barbados zwei Satzbälle im Tiebreak des ersten Durchgangs abwehren.

Wegen einer Hüftverletzung kann der Weltranglisten-Zweite Andy Murray aus Schottland nicht antreten. Verletzungen verhindern ebenso den Start des Titelverteidigers Stan Wawrinka aus der Schweiz (Nr. 4), sowie des Serben Novak Djokovic (Nr. 5.), des Japaners Kei Nishikori (Nr. 10) und des Kanadiers Milos Raonic (Nr. 11). Als Top-Favoriten gelten der Schweizer Roger Federer und der Spanier Rafael Nadal.

"Er hat richtig gut gespielt, und ich konnte meinen Rhythmus nicht finden. Es war wichtig, den ersten Satz zu gewinnen", sagte Zverev nach seinem Erstrundenmatch gegen King. Um 2:03 Uhr am Dienstagmorgen Ortszeit verwandelte der an Position vier gesetzte Zverev seinen ersten Matchball mit einem Überkopfball. Das Duell mit dem Weltranglisten-168. von der Karibikinsel hatte erst eine gute halbe Stunde vor Mitternacht begonnen.

Zverev: "Eigentlich war es Zeit, ins Bett zu gehen"

Und der teilweise brillant aufspielende King verlangte Zverev, der nun am Mittwoch auf den Kroaten Borna Coric trifft, zur späten Stunde alles ab. Selbst eine 5:3-Führung im ersten Durchgang konnte Zverev im Arthur-Ashe-Stadium nicht nutzen. Der Auftaktsatz dauerte alleine 81 Minuten. Sein Night-Session-Debüt in Flushing Meadows hatte sich der 20-Jährige sicher einfacher vorgestellt. "Die Atmosphäre war aber toll, obwohl es so spät und eigentlich Zeit war, ins Bett zu gehen", meinte er.

Dessen älterer Bruder Mischa Zverev hat einen überraschenden Erstrunden-K.o. gerade noch verhindern können. Der 30-jährige Linkshänder holte beim 7:6 (7:5), 4:6, 4:6, 7:5 und 6:3 im Duell mit dem Weltranglisten-710. Thai-Son Kwiatkowski (USA) einen 1:2-Satzrückstand noch auf. "Ich habe dreieinhalb Sätze schlecht gespielt und mich auf dem Platz irgendwie nicht wohl gefühlt. Schon im Training in den letzten Tagen lief es nicht gut", sagte der ältere der Zverev-Brüder.

Nach 3:28 Stunden verwandelte Zverev gegen den Collegespieler aus Charlotte seinen fünften Matchball und meisterte erst zum zweiten Mal überhaupt die Auftakthürde in Flushing Meadows. Auch Florian Mayer überstand seine Erstrundenpartie: Der 33-Jährige hatte trotz einer leichten Schwächephase im zweiten Satz mit 7:5, 0:6, 6:3 und 6:4 gegen den Brasilianer Rogerio Dutra Silva gewonnen und seinen Hartplatzfluch bezwungen. Der Weltranglisten-74. profitierte beim ersten Matchball von einem Returnfehler Silvas und gewann im sechsten Anlauf seine erste Hartplatz-Partie 2017. Mayer wehrte 16 von 21 Breakchancen ab.

Tennis U.S. Open Maria Sharapowa (Reuters/USA Today Sports/G. Burke)

Wieder zurück: Maria Scharapowa jubelt in New York

Scharapowa: "Dies sind die Momente"

Auch Julia Görges ist nach dem Sieg gegen Landsfrau Annika Beck eine Runde weiter. Beim 6:1 und 6:0 ließ Görges der überforderten Gegnerin keine Chance. Damit haben derzeit vier der insgesamt 17 gestarteten Deutschen die zweite Runde in New York erreicht. Ausgeschieden sind neben Beck auch Qualifikantin Anna Zaja, Mona Barthel und Carina Witthöft. 

Mit Tränen in den Augen feierte Tennis-Star Maria Scharapowa ihr erfolgreiches Comeback auf der Grand-Slam-Bühne nach ihrer Dopingsperre. Gegen die Weltranglisten-Zweite Simona Halep gewann die 30-Jährige in einem hochklassigen Erstrundenmatch 6:4, 4:6 und 6:3. Damit bezwang die Russin gleich in ihrer ersten Partie bei einem Major seit den Australian Open 2016 eine Mitfavoritin. "Ich dachte, es wäre nur ein Match, eine weitere Möglichkeit, aber es war so viel mehr. Du kannst die Gefühle nicht kontrollieren", sagte die fünfmalige Grand-Slam-Siegerin, nachdem sie sich ungläubig die Hand vors Gesicht geschlagen und Kusshände ans Publikum verteilt hatte. "Man fragt sich, warum man so viel Arbeit reinsteckt, dies sind die Momente."

al/sw/sn (dpa, sid)

 

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