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Tennis

US-Open: Ein Außenseiter fordert Nadal heraus

Der Spanier Rafael Nadal ist seiner Favoritenrolle bei den US Open gerecht geworden. Im Halbfinale besiegte der Tennisstar den Argentinier Juan Martin del Potro klar. Im Finale am Sonntag wartet nun ein Außenseiter.

Tennis - U.S. Open Rafael Nadal (Reuters/USA TODAY Sports/R. Deustch)

Er hat es geschafft: Rafael Nadal

Ein glänzend aufgelegter Rafael Nadal hat den Siegeszug des früheren Tennis-Champions Juan Martin del Potro, der die Tennis-Fans in den vergangenen Tagen bei den US Open begeistert hatte, gestoppt und erstmals seit vier Jahren das Finale der US Open erreicht. Nach dem verlorenen ersten Satz fertigte der Weltranglisten-Erste den Argentinier schließlich klar mit 4:6, 6:0, 6:3, 6:2 ab. Als klarer Favorit tritt Nadal jetzt am Sonntag (22.00 Uhr MESZ) gegen den südafrikanischen Tennisprofi Kevin Anderson an und strebt in New York in seinem unerwartet starken Jahr 2017 seinen zweiten Grand-Slam-Titel an. Es könnte sein 16. Major-Titel werden.

Zuvor hatten sich Anderson gegen Nadals Landsmann Pablo Carreno Busta 4:6, 7:5, 6:3, 6:4 durchgesetzt. Als einer der größten Überraschungen seit langem bestreitet der 31-Jährige nun seine Endspiel-Premiere bei einem der vier bedeutendsten Tennis-Turniere. Anderson kletterte nach dem Duell zweier Halbfinal-Debütanten in seine Box, als hätte er bereits den Titel gewonnen. Der Südafrikaner nutzte die Außenseiterchance, die sich durch die Absage zahlreicher Topspieler wie Titelverteidiger Stan Wawrinka, Novak Djokovic und Andy Murray bot. "Es ist sehr emotional. Es ist ein wunderschönes Gefühl in dieser Position zu sein und um eine Grand-Slam-Trophäe zu spielen", sagte der Südafrikaner. Er bestreitet in diesen Tagen bereits sein 34. Grand Slam-Event.

Der bisherige Weltranglisten-32. musste gegen den anfangs so gut wie fehlerlosen Carreno Busta zunächst seine Nervosität überwinden, fühlte sich aber in seinem ersten Grand-Slam-Halbfinale zunehmend wohl und übernahm ab dem zweiten Satz die Kontrolle über die Partie. Die aggressivere Spielweise des aufschlagstarken 2,03-Meter-Hünen machte sich bezahlt. Mit einer starken Vorstellung über 2:55 Stunden und dank 22 Assen zog Anderson verdient als erster Südafrikaner seit Kevin Curren vor 33 Jahren in ein Grand-Slam-Finale ein.

"Fantastische Saison"

Nadal streckte nach seinem Halbfinal-Erfolg über del Potro, dem die Kräfte zwei Tage nach dem Sieg über Roger Federer auszugehen schienen, die Faust in den Himmel und sagte: "Das bedeutet mir sehr viel. Es ist eine fantastische Saison." Dem Linkshänder aus Manacor gelang damit auch die Revanche für das verlorene Halbfinale vor acht Jahren, damals hatte del Potro anschließend den US-Open-Sieg gefeiert.

Der topgesetzte Nadal, der Flushing Meadows- Gewinner von 2010 und 2013, hat mit 4:0-Siegen eine perfekte Bilanz gegen den neuen Weltranglisten-15. aus Südafrika. "Er hat einen unglaublichen Aufschlag und spielt sehr gut auf diesem Belag", erklärte Nadal. Del Potro bereitete dem French-Open-König nur im ersten Satz mit seiner grandiosen Vorhand Probleme. "Ich wusste, dass ich im zweiten Satz etwas ändern musste. Ich musste ihn mehr bewegen. Das hat gut funktioniert", sagte Nadal. Der 31-Jährige steigerte sich im ausverkauften Arthur Ashe-Stadion, überrannte sein Gegenüber förmlich und holte sich von Beginn des zweiten bis Mitte des dritten Satzes neun Spielgewinne in Folge. Nach 2:30 Stunden verwandelte die Nummer eins ihren ersten Matchball. Für del Potro endet sein Lieblingsturnier, nach drei Handgelenks-Operationen beeindruckte er am Ort seines größten Triumphs in den vergangenen Tagen mit seinem Willen und seinem Tempo.

kle/pg (dpa, sid)