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Kampf gegen den IS

US-Offizier: IS provoziert zivile Opfer

Die Anti-IS-Koalition hat der Terrormiliz vor beim Kampf um Mossul eine perfide Strategie vorgeworfen: Der "Islamische Staat" benutze Zivilisten "nicht als menschliche Schutzschilde", es sei "sehr viel heimtückischer".

Demnach "schmuggelten" Kämpfer des "Islamischen Staats" (IS) Zivilisten in Gebäude um sie dort als Geiseln festzuhalten und dann die gegnerische Luftwaffe zu Angriffen auf diese Gebäude zu animieren, erklärte US-Oberst Joseph Scrocca, ein Sprecher der US-geführten Anti-IS-Allianz. Das Pentagon würde in Kürze ein Video veröffentlichen, in dem zu sehen sei, wie Dschihadisten in Mossul Zivilisten in Gebäude trieben, und aus diesen dann das Feuer eröffnen würden. Wenn es dann zivile Opfer gebe, verwende der IS den "öffentlichen Aufschrei" gegen die Anti-IS-Koalition, so Scrocca.

UN-Generalsekretär: Sicherheit der Zivilbevölkerung hat "absoluten Vorrang"

Der Kommandeur der Anti-IS-Koalition im Irak hatte am Dienstag eine Mitverantwortung für getötete Zivilisten im heftigen Westteil der Stadt Mosul eingeräumt. "Wir haben wahrscheinlich eine Rolle bei diesen Opfern gespielt", sagte US-Generalleutnant Stephen Townsend und fügte hinzu: "Wenn diese Unschuldigen getötet wurden, war es ein unbeabsichtigter Kriegsunfall."

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres im Irak (picturealliance/AP/dpa/A. Abdul Hassan)

UN-Generalsekretär Antonio Guterres beim Treffen mit Iraks Parlamentssprecher Salim al-Dschaburi (r.)

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind bei der Offensive zur Rückeroberung von West-Mossul zwischen dem 17. Februar und dem 22. März mehr als 300 Zivilisten getötet worden. UN-Generalsekretär Antonio Guterres forderte die irakischen Streitkräfte und die von den USA angeführte Militärkoalition auf, die Zivilisten in Mossul besser zu schützen. Die Sicherheit der Zivilbevölkerung müsse "absoluten Vorrang" haben, erklärte Guterres am Donnerstag bei einem Besuch im Irak. Er wolle sich bei der Reise über die "katastrophale humanitäre Lage" vor Ort informieren, schrieb Guterres beim Onlinedienst Twitter.

US-Offizier: Zahl der IS-Kämpfer in Mossul mehr als halbiert

Mossul ist die letzte Hochburg des IS im Irak. Den Ostteil der Stadt hatten die irakischen Regierungstruppen mit Unterstützung durch Luftangriffe der internationalen Militärkoalition bereits im Januar zurückerobert. Im Westen der Stadt befinden sich nach US-Angaben nun nur noch weniger als tausend IS-Kämpfer. Zu Beginn der Offensive im Westteil Mitte Februar hätten sich dort noch rund 2000 IS-Milizionäre aufgehalten, inzwischen seien es "weniger als die Hälfte", erklärte Scrocca.

Irak Kämpfe um Mossul (picture-alliance/AP Photo/K. Mohammed)

Ein irakischer Soldat in Mossul vor einer IS-Fahne

Der IS hatte Mossul im Sommer 2014 unter seine Kontrolle gebracht. Im Westen der Großstadt sind nach UN-Angaben etwa 600.000 Menschen eingeschlossen, davon allein in der Altstadt 400.000. Mehr als 200.000 Einwohner sind geflohen.

ww/cr (afp, rtr)

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