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Wirtschaft

US-Notenbank senkt zum dritten Mal Leitzinsen

Schub für die gebeutelte US-Wirtschaft: Zum dritten Mal in Folge hat die US-Notenbank die Leitzinsen gesenkt, der Satz für Tagesgeld liegt jetzt bei 4,25 statt 4,5 Prozent. Hilft die Senkung der Wirtschaft aus der Krise?

Schilder, die auf Hausverkäufe hinweisen (Archiv, Quelle: AP)

Mit der Zinssenkung reagiert die Notenbank auf die Immobilienkriese

Unter dem Druck der schwelenden Kredit- und Immobilienkrise hat die US-Notenbank den Leitzins am Dienstag (11.12.2007) zum dritten Mal in Folge gesenkt. Der Offenmarktausschuss der Fed verringerte den Satz für Tagesgeld am Dienstag um 0,25 Punkte auf nunmehr 4,25 Prozent. Dieser Schritt war von einer übergroßen Mehrheit der Ökonomen erwartet worden. Seit September hatte die Fed den Zins bereits in zwei Schritten um insgesamt 0,75 Punkte zurückgenommen. Die Verringerung des Satzes solle der Konjunktur neue Wachstumsimpulse geben, teilte der Offenmarktausschuss nach einer Sitzung am Dienstag (11.12.2007) in Washington mit. Die Notenbanker begründeten ihre Entscheidung mit der anhaltenden Krise im Immobiliensektor sowie nachlassenden Investitions- und Verbraucherausgaben. Zudem hätten sich die Belastungen für die Finanzmärkte "in den vergangenen Wochen erhöht", hieß es in einer Erklärung.

Senkung soll "gemäßigtes Wachstum" fördern

Notenbank-Chef Ben Barnake (Archiv, Quelle: AP)

Notenbank-Chef Ben Barnake

Analysten hatten übereinstimmend damit gerechnet, dass die Notenbank den Leitzins abermals absenken werde, um die Schockwellen der US-Immobilienkrise für das Finanzsystem abzudämpfen. "Der Schritt von heute soll im Zusammenspiel mit früher getroffenen Entscheidungen dazu beitragen, mit der Zeit ein gemäßigtes Wachstum zu fördern", hieß es in dem Fed-Statement weiter. Die jüngste Konjunkturentwicklung lasse den Schluss zu, "dass sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt, worin sich die Intensivierung der Korrektur auf dem Immobilienmarkt und ein gewisses Nachlassen der Geschäfts- und Verbraucherausgaben widerspiegeln".

Zinssenkungen gelten als konjunkturfördernd, weil sie die Geldbeschaffung billiger machen. Ein rascherer Geldfluss dürfte die Schwierigkeiten bei der Kreditfinanzierung lockern, die durch die Krise auf dem US-Hypothekenmarkt entstanden ist. Die Notenbanker konstatierten "zunehmende Ungewissheit" in Hinblick auf die künftige Konjunktur- und Inflationsentwicklung. Neben dem Satz für den Leitzins senkte die Fed auch den Diskontsatz um einen Viertelpunkt auf 4,75 Prozent ab. Das Votum sei mit neun zu eins Stimmen gefällt worden, teilte die Fed weiter mit. Das abweichende Mitglied des Ausschusses habe eine stärkere Absenkung um einen halben Prozentpunkt verlangt.

Banker hofften auf stärkere Senkung

Viele Marktteilnehmer hatten auf eine Senkung um 0,5 Punkte gehofft. Der jüngste Arbeitsmarktbericht war am vergangenen Freitag aber sehr solide ausgefallen. Nach einer vorläufigen Schätzung wuchs die US-Wirtschaft trotz aller Probleme im dritten Quartal mit einer hochgerechneten Jahresrate von 4,9 Prozent. Als Gründe für das robuste Plus nennt das Handelsministerium unter anderem positive Einflüsse durch Exporte, Verbraucher- und Regierungsausgaben. Entsprechend hob die US-Regierung ihre Prognose für das Gesamtjahr 2007 unlängst von ursprünglich 2,3 Prozent auf 2,7 Prozent an.

Grund für die Krise in den USA ist, dass viele einkommensschwache Hauskäufer wegen der steigenden Zinsen plötzlich ihre Kredite nicht mehr bezahlen konnten. Die daraus resultierenden ungesicherten Außenstände sorgten weltweit für Milliardenverluste. Bis September hatte der Leitzinssatz über ein Jahr lang unverändert bei 5,25 Prozent gelegen. Unter dem Eindruck der Immobilien- und Kreditkrise senkte die Fed den Satz dann drei Mal in Folge ab. Der Leitzins ist der Zinssatz, zu dem sich die Banken bei der Notenbank Geld leihen. Da die Banken die Kosten an ihre Kunden weiterreichen, verbilligen sich bei einer Senkung auch die Kredite für die Verbraucher. (mg)

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