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Wirtschaft

US-Notenbank lässt Leitzins unverändert

Noch ist kein Ende des billigen Geldes in Sicht: Die US-Notenbank Fed hat ihren wichtigsten Leitzinssatz unverändert bei Null bis 0,25 Prozent belassen.

Keine Änderung beim Leitzins - alles andere wäre auch eine handfeste Überraschung gewesen. Für die Börsianer wichtiger waren die Zwischentöne im Bericht von Janet Yellen, der Chefin der US-Notenbank Fed (Artikelbild). Denn bereits vor einiger Zeit hatte sie angekündigt, dass die Zeit der extremen Niedrigzinsen demnächst zuende gehen könnte. Zu Jahresbeginn allerdings verschlechterten sich die Konjunkturdaten und machten der Notenbank damit einen Strich durch die Rechnung; höhere Zinsen würden die Wirtschaft endgültig in die Krise treiben.

Wann also soll die Zinswende eingeleitet werden? Konkrete Hinweise gab es auch am Mittwochabend nicht, es gab nur die Bekräftigung, dass man diese Zinswende nach wie vor im Blick habe.

Abwarten und Tee trinken

Die US-Wirtschaft habe seit dem Konjunktureinbruch zu Beginn des Jahres wieder moderat zugelegt, so Fed-Chefin Yellen. Die Zentralbank wolle die Zinswende aber erst einleiten, wenn sich der Aufschwung gefestigt habe. Wann das der Fall sein wird, dazu machten die Währungshüter allerdings keine Angaben.

Für die Anleger heißt das: Weiter auf Hinweise der Notenbankchefin achten und ansonsten möglichst geduldig abwarten. Viele Experten rechnen damit, dass die Fed im September oder gegen Ende des Jahres ein Ende der Niedrigzinsphase einleiten wird. Dieser Kurswechsel ist auch deshalb für die Börsianer so wichtig, weil die Zeit des billigen Geldes jetzt schon sehr lange andauert: Bereits seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise im Jahr 2008 liegt der US-Leitzins auf dem Rekordtief von Null bis 0,25 Prozent. Eine Erhöhung der Zinsen wird den an die niedrigen Zinsen gewöhnten Markt daher kräftig durcheinanderwirbeln.

Auch Europa wartet auf Richtungswechsel der Fed

Wichtig ist der US-Leitzins auch für die weitere Konjunkturentwicklung in Europa: Hebt die Fed den Zinssatz an, wird die Europäische Zentralbank (EZB) über kurz oder lang mitziehen müssen. Ansonsten werden viele Anleger ihr Geld aus Europa abziehen, um die attraktiveren Zinsen in den USA zu nutzen. Das wiederum könnte die Konjunktur im Euroraum ins Schleudern bringen und sich damit negativ auf Krisenländer wie Griechenland auswirken. Die US-Notenbankchefin Yellen wird also in den nächsten Monaten noch mehr als üblich unter Beobachtung durch die Anleger stehen - egal, ob sie aus den USA oder Europa kommen.

Bru/hmf (dpa, rtr)