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Persischer Golf

US-Marine warnt iranisches Schiff mit Schüssen

Ein Schiff der US-Marine hat im Persischen Golf Warnschüsse gegen ein Boot der iranischen Revolutionsgarden abgefeuert. Die vom Iran und den USA verbreiteten Versionen des Vorfalls widersprechen sich.

Das iranische Schiff (l.) und die USS Thunderbolt auf einem Bild der US-Marine (Reuters/U.S. Nay)

Das iranische Schiff (l.) und die USS Thunderbolt auf einem Bild der US-Marine

Nachdem sich ein iranisches Boot genähert hatte, hat ein Schiff der US-Marine im Persischen Golf Warnschüsse abgegeben. Das teilte das US-Zentralkommando mit. Das Schiff der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) habe sich der "USS Thunderbolt" bis auf etwa 137 Meter genähert, hieß es in einer Mitteilung.

Die Crew habe über Funk versucht, Kontakt zur iranischen Seite aufzunehmen. Diese habe aber nicht reagiert. Daraufhin seien fünf Warnschüsse abgegeben worden. Nachdem sich das iranische Boot weiter genähert habe, seien noch einmal fünf Schüsse abgefeuert worden. Das Schiff der IRGC sei schließlich umgekehrt. Die "USS Thunderbolt" befand sich demnach in internationalen Gewässern. Mit ihren Verhalten hätten die Iraner gegen die international anerkannten Schifffahrtsregeln verstoßen.

Die Revolutionsgarden bestritten diese Version des Vorfalls. Sie bezichtigten die US-Besatzung der "Provokation und Einschüchterung". Nach ihrer Darstellung war es das US-Schiff, das sich dem iranischen Boot näherte. "Ein amerikanisches Kriegsschiff hat sich am Dienstagvormittag einem unserer Observationsboote genähert und zwei Luftschüsse abgegeben", teilte die IRGC-Marine in einer Presseerklärung mit. Die IRGC-Marinesoldaten hätten "die unprofessionelle und provokative" Aktion der Amerikaner ignoriert und seien weitergefahren. Kurz danach habe dann auch das amerikanische Kriegsschiff die Gegend verlassen, so die IRGC-Erklärung laut Nachrichtenagentur IRNA. Der Iran hat zwei Streitkräfte: die Armee und die Revolutionsgarden. Die Garden spielen eine wichtigere Rolle.

Auf den Meereswegen der Region hatte es bereits zuvor ähnliche Vorfälle gegeben. Im Januar feuerte in der Straße von Hormus die Besatzung eines US-Zerstörers Warnschüsse gegen vier Schiffe der Revolutionsgarden ab, die sich laut US-Angaben ebenfalls mit großer Geschwindigkeit genähert hatten. Im Januar 2016 nahm die iranische Marine vorübergehend die Besatzung von zwei US-Patrouillenbooten fest. Im vergangenen Jahr zählte das Pentagon 35 solcher Fälle im Persischen Golf. 2015 waren es 23.

Seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump vor einem halben Jahr haben sich die Spannungen zwischen den USA und dem Iran verschärft. Trump will zwar bis auf Weiteres an dem unter seinem Vorgänger Barack Obama ausgehandelten Atom-Abkommen mit Teheran festhalten. Am Dienstag beschloss das US-Repräsentantenhaus jedoch weitere Sanktionen gegen den Iran.

Bei einem Besuch in Saudi-Arabien im Mai hatte Trump den Iran als Förderer des Extremismus angeprangert und dazu aufgerufen, das Land international zu isolieren.

stu/qu (afp, dpa)