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Wirtschaft

US-Kreditkrise: Mehr als 400 Anklagen

Die fieberhaften Ermittlungen des FBI liefen schon seit Monaten. Jetzt schlug die US-Bundespolizei in einer landesweiten Geheimaktion mit 60 Festnahmen und zahlreichen Razzien zu.

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FBI-Direktor Robert Mueller und Vize-Justizminister Mark Filip traten vor die Presse

Seit März seien damit in einer Welle von Verhaftungen und Anklagen mehr als 400 Verdächtige im Zusammenhang mit Kreditbetrug ins Netz gegangen, bilanzierte Vize-Justizminister Mark Filip stolz. Schon jetzt glauben die Strafverfolger, dass die kriminellen Machenschaften, die mit zur weltweiten Finanzkrise führten, noch größer sind als beim Zusammenbruch der "New Economy".

Allein der Schaden durch die bislang aufgedeckten Hypotheken-Betrügereien soll rund eine Milliarde Dollar (645 Millionen Euro) betragen. Und sie erschüttern die USA bis ins Mark. Wie keine andere Volkswirtschaft der Welt lebt Amerika auf Pump - vom Staat bis zum kleinen Hausbesitzer.

Neue Dimension der Finanzkrise

Die Anklagewelle zeigt nun, dass nicht nur die ausschweifende Hypothekenvergabe fast ohne Sicherheiten zur Kreditkrise führte. Auch unzählige kriminelle Kredithaie brachten das System zum Einsturz - mit bis heute schweren weltweiten Folgen. Die Finanzkrise hat damit eine neue Dimension erreicht.

Im Visier der Ermittler und der gefürchteten Börsenaufsicht SEC stehen nicht nur Einzeltäter, sondern auch viele Finanzhäuser. Nach Angaben von FBI-Direktor Robert Mueller ermitteln landesweit 40 Spezialeinheiten der Bundespolizei zusammen mit der Justiz und weiteren Behörden in 1400 Fällen. Die Verdächtigen sollen Immobilien bewusst falsch bewertet, Unterlagen gefälscht und viele Vorschriften einfach missachtet haben. Zu den Beschuldigten zählen Immobilienmakler, Anwälte, Finanzierer und auch Kreditnehmer.

Weltweiter Schaden: eine Billion Dollar

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Weltweiter Schaden durch Hypothekenkrise: eine Billion Dollar

Im Zentrum standen dabei immer wieder genau jene Ramschhypotheken ("subprime"), die am Ende wie Dominosteine zusammenbrachen und die internationalen Finanzmärkte in schwere Turbulenzen stürzten. Die kaum besicherten Hauskredite wurden fast unbesehen an Menschen mit zweifelhafter Bonität vergeben. Banken verpackten die Kredite zu Wertpapieren und verkauften diese weiter.

Besonders skrupellos gingen den Behörden zufolge zwei Hedge-Fondsmanager der Investmentbank Bear Stearns vor. Die Bank stürzte später spektakulär fast in die Pleite. Ihr Notverkauf folgte; die Wall Street und die weltweiten Finanzmärkte standen deswegen im Frühjahr unter Schock. Jetzt müssen die Manager sich in New York vor Gericht verantworten. Viele andere Banker dürften zittern, denn, so FBI-Direktor Mueller unmissverständlich: "Die Ermittlungen laufen weiter."

Der Internationalen Währungsfonds (IWF) befürchtet weltweite Schäden von fast einer Billion Dollar durch die Hypothekenkrise, die durch den Handel mit schlecht gesicherten US-Immobilienkrediten ausgelöst worden war. (wga)

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