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Aktuell Asien

US-Kampfdrohne tötet Terrorverdächtige in Pakistan

Mit einem weiteren Drohnenangriff im Nordwesten Pakistans haben die USA ihren Anti-Terror-Kampf fortgesetzt. Islamabad sieht seine Souveränität dadurch verletzt. Kabuls Armeechef Karimi hält das hingegen für Heuchelei.

Tatsächlich sei es nämlich so, dass die pakistanische Führung in Islamabad bei diesen Drohnenangriffen Komplize sei, sagte der afghanische Armeechef, Scher Mohammed Karimi, in einem Interview der britischen BBC. Islamabad reiche den USA Listen ein mit den zu tötenden Kämpfern.

Scher Mohammed Karimi (Foto: AP)

General Karimi: Pakistan liefert den USA Listen mit zu tötenden Extremisten

Bei dem jüngsten US-Drohnenangriff in Nord-Waziristan wurden nach amtlichen Angaben 17 mutmaßliche Aufständische getötet. Wie Sicherheitskräfte berichteten, feuerten mehrere unbemannte Flugzeuge Raketen auf ein Gebäude in der Nähe eines Marktes in dem Ort Miranshah.

Dabei seien afghanische und pakistanische Rebellen getötet worden. Laut Geheimdienst gehört das Gebäude dem Hakkani-Netzwerk, das von den USA für einige der blutigsten Anschläge in Afghanistan verantwortlich gemacht wird.

Empörung in Islamabad

Der pakistanische Ministerpräsident Nawaz Sharif reagierte umgehend und verlangte die sofortige Einstellung der US-Aktivitäten. Er sieht die Souveränität seines Landes durch die Aktionen des US-Militärs verletzt.

Die US-Regierung von Präsident Barack Obama ist dagegen überzeugt, dass ihre Drohneneinsätze im Kampf gegen die Taliban und das Al-Kaida-Netzwerk erfolgreich sind. Deren Terroranschläge im benachbarten Afghanistan werden zum größten Teil von Anführern organisiert, die ihren Sitz in den Stammesgebieten im Nordwesten Pakistans haben.

Das Verhältnis der beiden südasiatischen Nachbarländer ist deshalb seit Jahren angespannt. Afghanistan beschuldigt Pakistan, die radikal-islamischen Aufständischen zu unterstützen, die in Kabul wieder zurück an die Macht wollen.

Nach Darstellung von Kabuls Armeechefs Karimi könnten deren Terroranschläge "binnen Wochen" beendet werden - wenn Pakistan nur wolle. Die Taliban würden von der Regierung in Islamabad aus "kontrolliert", und diese könne mehr für den Friedensprozess tun, als die Angriffe von US-Drohnen auf die Taliban im Grenzgebiet zu Afghanistan zu verurteilen.

Das Außenministerium in Islamabad wies die Vorwürfe als "unbegründet" zurück.

uh/wa (afp, rtr)