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Datenklau bei Yahoo

US-Justiz klagt Russen wegen Hackerattacken auf Yahoo an

Hunderte Millionen Nutzer traf der Datenklau bei Yahoo. Das US-Justizministerium macht Hacker aus Russland dafür verantwortlich. Die Behörde erhebt nun Anklage gegen insgesamt vier Personen.

Wegen der Hackerangriffe auf den Internetkonzern Yahoo hat das US-Justizministerium Anklage gegen zwei Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes FSB erhoben. Wie das Ministerium in Washington mitteilte, wurden insgesamt vier Verdächtige angeklagt. Drei von ihnen hielten sich in Russland auf, der vierte in Kanada, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine mit dem Fall vertraute Quelle. 

500 Millionen Nutzer betroffen

Vergangenes Jahr waren zwei massive Hacker-Attacken auf Yahoo bekanntgeworden. Im Jahr 2013 sollen Daten aus möglicherweise über einer Milliarde Nutzerkonten gestohlen worden sein und im Jahr darauf aus rund 500 Millionen Profilen. Dabei handelte es sich um E-Mail-Adressen, Geburtstage und mit Verschlüsselungstechnik verschleierte Passwörter. Zudem sollen die Hacker sich in einigen Fällen auch dauerhaft Zugriff auf E-Mail-Profile verschafft haben.

Yahoo hatte bisher nur mitgeteilt, dass hinter dem Datenklau Hacker mit Verbindung zu staatlichen Stellen vermutet werden. Damit sind meistens Cyber-Angreifer aus Russland oder China gemeint. Nach Bekanntwerden der Hackerangriffe war der Verkauf des Kerngeschäfts des Internetunternehmens an den US-Telekommunikationsriesen Verizon verschoben worden. Verizon bekam letztlich einen Rabatt von 350 Millionen Dollar (330 Millionen Euro) auf den Kaufpreis und kann das Kerngeschäft nun bis Ende Juni für 4,48 Milliarden Dollar übernehmen.

Angespanntes Verhältnis

Gegen den Internetriesen laufen mehrere Ermittlungen zum Umgang mit den Hackerangriffen. Auch mehrere Sammelklagen von Nutzern und Investoren laufen. Yahoo-Chefin Marissa Mayer verzichtete wegen der Cyberattacken auf ihren Jahresbonus.

Das Verhältnis zwischen Washington und Moskau ist angespannt, weil die USA Russland ein weitreichende Einmischung in den Präsidentschaftswahlkampf im vergangenen Jahr vorwerfen.

cr/sti (dpa, afp)