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Aktuell Welt

US-Journalist Curtis ist frei

Nach zwei Jahren in der Hand radikaler Islamisten ist US-Reporter Curtis - hier eine ältere Videoaufnahme des Senders Al Dschasira - nun auf dem Heimweg. Laut Medienberichten war im Juni auch ein Deutscher freigekommen.

Peter Theo Curtis war nach Angaben von US-Außenminister John Kerry Gefangener der mit der Terrororganisation Al Kaida verbundenen Al-Nusra-Front.

"Besonders nach einer Woche mit einer unsäglichen Tragödie sind wir alle dankbar und erleichtert zu wissen, dass Theo Curtis nach Hause zurückkehrt", erklärte Kerry. Er bezog sich damit auf die Ermordung des ebenfalls entführten US-Journalisten James Foley, der vor wenigen Tagen von Terroristen der Miliz "Islamischer Staat" (IS) enthauptet worden war.

Seit 2012 in Geiselhaft

Laut "New York Times" wurde Curtis, ein freiberuflicher Reporter aus Boston, im Oktober 2012 nahe der syrisch-türkischen Grenze entführt. Er war demnach zunächst längere Zeit zusammen mit dem US-Fotojournalisten Matthew Schrier in einer Zelle eingesperrt. Schrier gelang im Juli 2013 die Flucht, Curtis blieb damals in der Zelle zurück.

Dem Blatt zufolge sind vermutlich mindestens drei weitere US-Bürger Geiseln der IS-Miliz - zwei Männer und eine Frau. IS und die Al-Nusra-Front nutzen systematisch westliche Geiseln, um hohe Lösegeldzahlungen zu erpressen. Kerry wies darauf hin, dass sich die USA in den vergangenen zwei Jahren an mehr als zwei Dutzend Staaten gewandt hätten, um mit ihrer Hilfe die Freilassung von US-Geiseln zu erreichen. Das ist ein möglicher Hinweis darauf, dass Curtis' Freilassung durch ein anderes Land eingefädelt wurde.

Die UN bestätigten, dass Curtis im Dorf Al Rafid auf den Golan-Höhen an UN-Blauhelmsoldaten übergeben worden sei. Nach einer ersten medizinischen Untersuchung hätten ihn dann Vertreter der US-Regierung in Empfang genommen. Die nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice erklärte: "Theo ist jetzt sicher aus Syrien heraus, und wir erwarten, dass er in Kürze mit seiner Familie wiedervereint wird." Laut CNN wurde die Freilassung offenbar privat eingefädelt. Der Sender berief sich dabei auf Behördenkreise.

Berichte über Freilassung auch eines Deutschen

In Medienberichten heißt es, auch ein 27-jähriger Deutscher sei nach rund einem Jahr Gefangenschaft in Syrien aus der Geiselhaft des IS freigekommen. Der Mann aus Brandenburg soll im Juni für eine "substanzielle Gegenleistung" freigelassen worden sein, wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet.

Das Bundeskriminalamt, der Krisenstab des Auswärtigen Amtes und der Bundesnachrichtendienst seien mehrere Monate mit dem Fall betraut gewesen. Das Auswärtige Amt wollte dies weder bestätigen noch dementieren. "Wir sagen dazu nichts", so eine Sprecherin. Auf Nachfrage der "Welt am Sonntag" dementierte das Außenamt, eine Lösegeldzahlung in irgendeiner Art geleistet zu haben.

Wie die Zeitung berichtet, war der Deutsche im Juni 2013 in Syrien von den Extremisten verschleppt worden. Er habe dabei sehr naiv gehandelt und angeblich den Wunsch verspürt, in dem Bürgerkriegsland als humanitärer Helfer aktiv zu werden, hieß es demnach aus Ermittlerkreisen.

haz/ qu (rtr, dpa, afp)