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Politik

US-Interesse an Südafrika

Südafrika ist von strategischem Interesse für die USA. Deshalb hat das Land den demokratischen Wandel nach dem Ende der Apartheid unterstützt. Allerdings nicht uneigennützig und auch nicht frei von Spannungen.

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Südafrika: Mehr als nur Safari

Als wichtigste Regionalmacht auf dem "Schwarzen Kontinent" ist Südafrika für die USA ein wichtiger Ansprechpartner und Hoffnungsträger, wenn es um die Bekämpfung des Terrors und die Beilegung von regionalen Konflikten geht. Dennoch sind die Beziehungen zwischen einer Supermacht wie den USA und einer Regionalmacht wie Südafrika nicht immer konfliktfrei. "Die Irak-Krise hat die bilateralen Beziehungen zwischen beiden Ländern stark belastet", berichtet Steve Morisson, Leiter der Afrikaabteilung im "Zentrum für strategische unnd internationale Studien" (CSIS) in Washington. "Die Reaktion auf den Krieg in Südafrika allgemein und in der Spitze des ANC war extrem negativ."

Allein strategisches Interesse?

Für Wiliam Mintner, Herausgeber der Zeitschrift "Africa Focus" in Washington, ist das amerikanische Interesse an Südafrika nur schwach ausgeprägt und vor allem von den Eigeninteressen der Supermacht geprägt. "Die USA betreiben ihre Geschäfte in Südafrika, sie üben Druck aus, damit ihre wirtschaftlichen Interessen am Kap gewahrt bleiben, und sie versuchen, Südafrika zum 'peace keeping' in großen Teilen der Region anzuhalten", erklärt er. "Was die wahren Probleme Südafrikas angeht, da gibt es kaum Interesse bei den Entscheidungsträgern in der Politik, geschweige denn in den Medien oder der breiteren Öffentlichkeit." Dabei sind diese Probleme alles andere als Kleinigkeiten.

Kardinalproblem Aids

Mit einer Infektionsrate von rund 20 Prozent der Bevölkerung und geschätzten fünf Millionen Aidskranken stellt die Immunschwächekrankheit eines der drängendsten Zukunftsprobleme Südafrikas dar. Anfang 2003 versprach Präsident Bush die Bereitstellung von 15 Milliarden Dollar zur Bekämpfung von AIDS in Afrika und in der Karibik in den nächsten fünf Jahren. Allein in diesem Jahr hat der US-Kongress hierfür Gelder in Höhe von 2,4 Milliarden US-Dollar bewilligt, im nächsten Jahr sollen es knapp drei Milliarden sein.

Für Steve Morrison ein deutlicher Beweis dafür, das den USA Südafrika und die Zukunft des Schwarzen Kontinents sehr wohl am Herzen liegen. "Während der achtjährigen Amtszeit von Präsident Clinton lag der durchschnittliche Beitrag der USA zur internationalen Aidsbekämpfung bei 130 Millionen Dollar", erinnert er sich. "2,4 bis 2,8 oder 2,9 Milliarden ist eine deutliche Ausweitung unseres Anti-Aids-Engagements." Der europäische Beitrag zur Aidsbekämpfung nehme sich dagegen eher bescheiden aus.

Kritiker der Regierung von Präsident Bush sehen das anders. William Mintner etwa wirft ihr vor, die internationalen Anstrengungen multilateraler Organisationen bei der Aidsbekämpfung zu untergraben. "Die US-Regierung hat die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation zur Anwendung von billigen Aidsmedikamenten der Generikahersteller zugunsten von US-Patenten blockiert", berichtet Mintner. "Mit der angekündigten 'Soforthilfe', die auch schon wieder ein Jahr auf sich warten lässt, können sehr viel weniger Menschen behandelt werden, als es mit den Generika-Mitteln möglich wäre."

Der Kampf gegen den Terror

Ein Gradmesser für die Qualität des bilateralen Verhältnis sind in Washington immer der gemeinsame Kampf gegen den Terrorismus und die Anstregungen des jeweiligen Partners bei der globalen Krisenprävention. Auch die Supermacht USA ist hierbei mehr denn je auf regionale Partner angewiesen. Von Südafrika erwartet man dabei viel, denn der "Schwarze Kontinent" ist noch immer gespickt mit Krisenherden. "Die neue Sicherheitsstrategie der USA nennt Südafrika ausdrücklich als strategischen Partner", sagt Morisson. "Inzwischen hat man in Washington jedoch begriffen, dass man dem Land nicht zuviel aufbürden kann."

Südafrika hat eine Armee von nur 75.000 Mann - mehr als 3000 Soldaten kann das Land für das 'peace keeping' nicht zur Verfügung stellen. Bei der gemeinsamen Terrorismbekämpfung geht es vor allem darum zu verhindern, dass Zentralafrika im Chaos versinkt. In Burundi hat man bei der Bewältigung der Krise diplomatisch gut kooperiert. Jetzt erwarten die USA, dass Südafrika mehr Druck auf Simbabwe ausübt: Präsident Mugabes agressives Vorgehen gegen die weißen Siedler droht das Land mehr und mehr ins Chaos zu stürzen.

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  • Datum 27.04.2004
  • Autorin/Autor Daniel Scheschkewitz
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  • Permalink http://p.dw.com/p/4xYN
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