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Wirtschaft

US-Geschäft belebt deutsche Bilanzen

Die Konjunktur in den USA stottert. Dennoch machen deutsche Firmen dort glänzende Geschäfte. Über eine halbe Million US-Jobs hängen daran. Dabei sind nicht nur Autos und Maschinen "Made in Germany" gefragt.

VW wirbt mit einem Mini-"Darth Vader", Aldi macht einen Laden im teuren Manhattan auf, Siemens arbeitet mit dem Unterhaltungsriesen Disney zusammen - deutsche Top-Konzerne mischen in den USA mächtig mit. Deutsche Unternehmen haben in den Staaten eine lange Tradition, so baute etwa Siemens etwa schon 1854 Eisenbahntelegraphen. Derzeit wird der US-Markt für "the Germans" immer wichtiger - angesichts von Schuldenkrise und lahmender Konjunktur auf dem alten Kontinent.

Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender Volkswagen mit dem achtjährigen Max Page, der Darth Vader spielt und Frank Fischer, dem Chairman and CEO von Volkswagen in Chattanooga possieren vor dem neuen Passat, Foto: AP/dapd

Ein großer Erfolg: VW wirbt mit Darth Vader

Vor allem die deutschen Autobauer geben derzeit in den USA richtig Gas. Europas Branchenprimus Volkswagen ist auf dem Weg, auch in den Vereinigten Staaten ein großer Player zu werden, seitdem die Wolfsburger ein eigenes Werk in den Staaten gebaut haben. Und VW steckt viel Geld in die Werbung. Beim größten Sportereignis des Jahres, dem Super Bowl, lief 2011 im Fernsehen ein Spot mit der Miniausgabe von "Darth Vader", der mittlerweile Kult ist.

Im nächsten Jahr gar ist ein deutscher Konzern quasi Gastgeber des Super Bowls: Das Sportspektakel findet dann nämlich im "Mercedes-Benz Superdome" in New Orleans statt. Daimler ist wie VW sowie BMW und Audi derzeit gut unterwegs in den USA, im Land der großen Schlitten hat zuletzt selbst die Mercedes-Kleinstwagentochter Smart ihren Absatz verdoppelt.

Die Erfolgs-Branchen der Deutschen

Die Stuttgarter sind der deutsche Umsatzriese in den USA, mit Erlösen von fast 29 Milliarden Dollar im Jahr 2011, wie aus einer Übersicht der Deutsch-Amerikanischen Handelskammern (AHK) hervorgeht. Auf den Plätzen folgen: Volkswagen, T-Mobile USA, BASF, Siemens, BMW, Allianz, DHL, Bayer und Robert Bosch. Besonders stark sind die Deutschen in den Branchen Automobilindustrie, Maschinenbau, Chemie und Elektrotechnik, wie US-Experte Bernhard Welschke vom Bundesverband der Deutschen Industrie sagt. Aber auch Gesundheit und erneuere Energien seien Zukunftsbranchen, in denen deutsche Firmen große Chancen hätten.

Nicht überall allerdings läuft es derzeit rund. Bei der Deutschen Telekom ist T-Mobile USA seit Jahren ein Sorgenkind. Nachdem eine schnelle Lösung mit einem milliardenschweren Verkauf an den US-Branchenriesen AT&T scheiterte, soll nun ein Zusammengehen mit dem kleinen Partner MetroPCS helfen.

Arbeiten bei deutschen Unternehmen

Insgesamt aber verbuchten die Top 50 der deutschen Unternehmen in den USA nach Zahlen der AHK im vergangenen Jahr eine Umsatzsteigerung von 7,5 Prozent auf insgesamt 318 Milliarden Dollar. Da schaut dann selbst der US-Präsident einmal höchstpersönlich vorbei, wie im Frühjahr bei Daimler. Barack Obama besuchte das Werk der amerikanischen Lkw-Tochter Freightliner im Süden der USA und verkündete, die Zukunft der Vereinigten Staaten ruhe "auf amerikanischen Arbeitern wie hier bei Daimler".

570 000 US-Amerikaner stehen bei deutschen Unternehmen in Lohn und Brot - nur britische und japanische Firmen bieten mehr Jobs geschaffen, wie der Delegierte der Deutschen Wirtschaft in den USA berichtet. Deutschland ist nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums der viertgrößte Investor in den USA. Die Summe der deutschen Direktinvestitionen lag 2010 bei 161,4 Milliarden Euro, damit wurde der Einbruch in der Finanzkrise mehr als wettgemacht.

Erwartungen an den künftigen Präsidenten

Wie es weitergeht, hängt auch vom Ausgang der Präsidentschaftswahlen ab. Deutsche Firmen hätten an den Wahlsieger - Obama oder Herausforderer Mitt Romney - große Erwartungen, sagt BDI-Experte Welschke. Zentrale Themen sind die wachsende Regulierungsdichte und eine Reform der Unternehmensbesteuerung.

Dazu kommen praktische Probleme. "Die Abwicklung von Einfuhren an der Grenze ist aufgrund der Sicherheitslage aufwendiger geworden", sagt Welschke. Dies gelte auch für die Vergabe von Visa, etwa für technisches Personal. Und: In den Vereinigten Staaten sei der Wettbewerb viel härter. "Man wirbt nicht nur für die eigenen Produkte, sondern macht den Wettbewerber oft auch schlecht. Darauf müssen sich Investoren einstellen."