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Wirtschaft

US-Gericht bremst Fiat-Einstieg bei Chrysler

Der Oberste US-Gerichtshof hat den geplanten Einstieg von Fiat beim insolventen Autobauer Chrysler vorerst gestoppt. Pensionsfonds, bei denen Chrysler in der Kreide steht, wollen den Deal noch verhindern.

Supreme Court in Washington (Foto: AP)

Blockiert: Supreme Court

Die Pläne von US-Präsident Barack Obama zur Rettung der amerikanischen Autoindustrie haben vor dem Obersten Gericht der Vereinigten Staaten einen empfindlichen Rückschlag erlitten: Auf Antrag mehrerer Pensionsfonds blockierte der Supreme Court in Washington den Einstieg des italienischen Autokonzerns Fiat beim US-Hersteller Chrysler.

Zeitplan aus den Fugen

Embleme von Chrysler und Fiat

Die in der Vorwoche erteilte Genehmigung eines Insolvenzgerichts für die Allianz von Chrysler und Fiat werde bis zu einer endgültigen juristischen Entscheidung als Ganzes ausgesetzt, teilte die zuständige Richterin Ruth Bader Ginsburg mit. Damit ist für Chrysler ein schneller Weg aus der Insolvenz innerhalb der nächsten Tage wohl verbaut.

Die Pensionsfonds aus dem Bundesstaat Indiana, denen Chrysler 42 Millionen Dollar schuldet, betrachten den vorgesehenen Verkauf des US-Autobauers an Fiat als verfassungswidrig. Die Kläger wehren sich vor allem dagegen, dass ihre Forderungen nach den bisherigen Planungen weitgehend verfallen sollen.

Die Entscheidung des Gerichts kommt für viele Beobachter völlig überraschend. Die US-Regierung hatte noch kurz zuvor an die Gerichte appelliert, das Verfahren nicht zu blockieren und vor "schweren Konsequenzen" gewarnt.

Gefahr für Chrysler

Wann das Oberste Gericht weitere Entscheidungen fällen wird, ist unklar. Neue Verzögerungen gelten als riskant für Chrysler, da Fiat die Möglichkeit hat, den Deal platzen zu lassen, wenn er bis zum 15. Juni nicht rechtlich sicher ist. Da kein anderer Investor für den maroden US-Autobauer in Sicht ist, könnte ein Abspringen der Italiener das Ende des Traditionsunternehmens Chrysler bedeuten.

Fiat will an der Vereinbarung festhalten

Sergio Marchionne (Foto: AP)

Hartnäckig: Sergio Marchionne

Fiat-Chef Sergio Marchionne betonte allerdings, sein Unternehmen werde das Interesse an Chrysler "niemals" verlieren. Ein Sprecher des italienischen Unternehmen kündigte an, Fiat werde auch dann nicht aus dem Vertrag aussteigen, wenn die Frist bis zum 15. Juni nicht eingehalten werden könne.

Der Fall Chrysler wird auch deshalb mit hoher Aufmerksamkeit verfolgt, weil der ebenfalls insolvente US-Autobauer General Motors (GM) eine ähnliche Strategie des Blitzverkaufs verfolgt.

Bisherigen Plänen zufolge soll Fiat zunächst 20 Prozent an Chrysler übernehmen - mit der späteren Option auf eine Mehrheit. Chrysler hofft, durch Fiat den Markt für kleinere, benzinsparende Autos zu erobern. Chrysler hat derzeit 38.000 Beschäftigte in den USA und 54.000 weltweit. (wa/mm/dpa/rtr/ap/afp)

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