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Aktuell Nahost

US-General sieht große Risiken bei Intervention

Greifen die USA etwa doch militärisch in den syrischen Bürgerkrieg ein? US-Generalstabschef Martin Dempsey hat die verschiedenen Möglichkeiten durchgespielt - und hält eine Intervention für riskant.

US-Generalstabschef Martin Dempsey hat in einem Brief an den Kongress fünf Möglichkeiten beschrieben, wie die USA militärisch in Syrien intervenieren könnten. Die Entscheidung darüber liege aber bei der Politik, stellte der General in dem Schreiben klar, das an den Vorsitzenden des Streitkräfteausschusses im Senat, Carl Levin, gerichtet ist.

In dem Schreiben warnte Dempsey auch vor den Risiken eines US-Militäreinsatzes. "Wir müssen unbeabsichtigte Konsequenzen unserer Handlungen vorausahnen und uns darauf vorbereiten", schrieb er. Der General sieht etwa die Gefahr, dass dadurch Extremisten gestärkt werden. Außerdem könnte die Führung um Machthaber Baschar al-Assad Vergeltungsschläge ausführen.

Hohe Kosten

Im Einzelnen sieht Dempsey fünf Optionen, die die US-Streitkräfte ausführen könnten: Hilfe für die syrischen Rebellen, Angriffe auf Assads Militäranlagen, die Einrichtung einer Flugverbotszone oder eines humanitären Korridors sowie eine Intervention mit Bodentruppen.

Ausbildung und Beratung der Rebellen könnten die Vereinigten Staaten 500 Millionen Dollar im Jahr kosten. Die Kosten für gezielte Angriffe auf militärische Einrichtungen der syrischen Regierung aus der Distanz "würden in die Milliarden gehen", schreibt Dempsey weiter.

Mit einer Flugverbotszone ließen sich Luftangriffe von Regierungstruppen auf die Rebellen verhindern. Dafür seien Hunderte von Kampfflugzeugen und Schiffen nötig, schreibt Dempsey, was Kosten von einer Milliarde Dollar im Monat verursache. Noch mehr als eine Milliarde im Monat würde ein überwachter Korridor für die zahlreichen Flüchtlinge kosten.

Umstrittene Hilfe

Schließlich beschrieb der General noch die Möglichkeit, "tausende Spezialkräfte und andere Bodentruppen" einzusetzen, um mögliche Chemie-Waffen der syrischen Armee unter US-Kontrolle zu bringen. Dafür brauche es neben den Soldaten hunderte Kampfflugzeuge. So ein Einsatz würde mehr als eine Milliarde Dollar pro Monat kosten.

Die US-Regierung hatte im Juni militärische Hilfe für die Aufständischen angekündigt, weil sie den Einsatz von Chemiewaffen durch die Regierungstruppen für erwiesen hält. Die Hilfe ist aber umstritten, da sich unter den Rebellen mittlerweile zahlreiche Islamisten befinden, die für einen Gottesstaat in Syrien kämpfen.

det/mm (afp, ape, rtre)

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