1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

US-Fernsehbranche vor Konsolidierung?

Der TV-Markt in den USA gerät in Turbulenzen. Medienpolitiker rütteln an bisherigen Grundfesten des Systems.

default

Einer der Hauptakteure: Michael Powell von der Federal Communications Commission

Ein Berufungsgericht in Washington hat eine jahrzehntealte
staatliche Regelung aufgehoben, die Unternehmen in Ballungsgebieten verbietet, gleichzeitig Fernseh- und Kabelfernsehstationen zu besitzen. Gegen dies Beschränkung hatte der zweitgrößte US-Kabelfernsehanbieter AOL Time Warner geklagt.

Außerdem hat das Gericht die für den Fernsehbereich zuständige Aufsichtsbehörde Federal Communications Commission (FCC) angewiesen, eine Regelung zu überprüfen, nach der Fernsehstationen nicht mehr als 35 Prozent der amerikanischen Haushalte erreichen dürfen. Das Gericht hält das zwar nicht für verfassungswidrig, nannte die Entscheidung der FCC, sie beizubehalten, "willkürlich und rechtswidrig". Fachleute erwarten, dass die FCC diese Besitzregel entweder ganz fallen lassen oder erheblich lockern wird.

Liberalisierung contra Medienvielfalt

Der derzeitige FCC-Vorsitzende Michael Powell, ein Republikaner, ist bereits seit langem für eine Liberalisierung der fast 60 Jahre alten Restriktionen. Sie stammten teilweise noch aus einer Zeit, als es in den USA nur drei Fernseh-Gesellschaften und kein Kabelfernsehen gab. Die Beschränkungen sollten den Wettbewerb aufrechterhalten und ein breites Programmangebot sicherstellen.

Gegen die Beibehaltung der 35-Prozent-Regelung hatten die News Corporation von Rupert Murdoch, der Fox-Television gehört, und der Medienkonzern Viacom geklagt. Viacom kontrolliert die Fernsehgesellschaft CBS.

Bisher hat die FCC noch nicht entschieden, ob sie gegen die
Entscheidung beim obersten US-Bundesgericht Berufung einlegen wird.

Die US-Verbraucherschutzgruppe Consumers Union will in Berufung gehen, doch hat sie ohne Schützenhilfe der staatlichen Behörde kaum eine Chance, beim Supreme Court durchzukommen.

WWW-Links