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Aktuell Amerika

US-Drogenfahndung: Rücktritt nach Sexparty-Skandal

Jahrelang haben sich Beamte der US-Drogenbekämpfungsbehörde Sexpartys von kolumbianischen Rauschgiftkartellen bezahlen lassen. Der Skandal um die Orgien ihrer Mitarbeiter kostet jetzt die Chefin der Behörde den Job.

Die Agenten der Drogenbekämpfungsbehörde DEA hätten laut US-Justizministerium wissen müssen, dass die Prostituierten, deren Dienste sie in Anspruch nahmen, von den örtlichen Kartellen in Kolumbien bezahlt wurden. Jetzt kündigte Michele Leonhart, die Leiterin der US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA, ihren Rücktritt wegen des Skandals um die Orgien ihrer Agenten an.

Leonhart gebe ihren Chefposten bei der DEA Mitte Mai ab, teilte US-Justizminister Eric Holder in Washington mit. Die DEA war unter Druck geraten, nachdem Ende März in einem Bericht des Justizministeriums enthüllt wurde, dass US-Drogenfahnder sich von Rauschgiftkartellen Sexpartys hatten bezahlen lassen. Sieben Beamte der DEA gaben demnach ihre Teilnahme an den Partys zu. Sie wurden mit Disziplinarstrafen belegt. Der Bericht macht keine genauen Angaben zum Ort der Orgien, laut "Washington Post" fanden die Feiern in Kolumbien statt.

Über Jahre hätten kolumbianische Drogenfahnder demnach für ihre US-Kollegen Partys mit Prostituierten organisiert. Kolumbianische Polizisten sagten außerdem aus, dass mindestens drei DEA-Agenten in Führungspositionen Geld, Geschenke und Waffen von Kartellmitgliedern erhalten hätten. Die Sexpartys fanden den Angaben zufolge zwischen 2001 und 2005 statt. Die Ermittlungen wurden angestoßen, nachdem Agenten des Präsidenten-Personenschutzes Secret Service 2012 vor einem Gipfel im kolumbianischen Cartagena Trinkgelage mit Prostituierten veranstaltet hatten.

In der vergangenen Woche musste sich Leonhart in einer Kongressanhörung dem Thema stellen. Die Kernfrage, warum die DEA jahrelang keine Nachforschungen zu den Sexpartys angestrengt hatte, konnte sie nicht beantworten.

Minister Holder würdigte die Verdienste Leonharts, die die Behörde seit 2007 geleitet hatte. Als erste Frau auf dem Posten sei sie "eine Wegbereiterin für Gleichberechtigung und eine Inspiration für unzählige andere" gewesen. In den 35 Jahren, die sie insgesamt für die DEA gearbeitet habe, habe Leonhart außergewöhnliches für die US-Drogenbehörde geleistet.

Holder schickte diesen Monat ein Memo an die 113.000 Mitarbeiter seines Ministeriums, in dem er an sie appellierte, nicht mit Prostituierten zu verkehren.

qu/wl (dpae, afp, rtre)