US-Diplomat wirft Beratung für Aung San Suu Kyi hin | Aktuell Asien | DW | 25.01.2018
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Rohingya-Krise

US-Diplomat wirft Beratung für Aung San Suu Kyi hin

Aus Protest gegen Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hat ein hochrangiger US-Diplomat eine Beratergruppe zur Flüchtlingskrise in Myanmar verlassen. Der Ex-Botschafter hatte die Regierungschefin zuvor kritisiert.

Der ehemalige UN-Botschafter Bill Richardson (Archivbild) war als einer von fünf ausländischen Experten eingeladen worden, Aung San Suu Kyi in ihrer Position als Regierungschefin zu beraten. Suu Kyi steht wegen des brutalen Vorgehens von Myanmars Armee gegen die muslimische Minderheit der Rohingya seit Monaten international in der Kritik. Aus Furcht vor Gewalttaten sind seit vergangenem Sommer mehr als 680.000 Menschen ins Nachbarland Bangladesch geflüchtet. Die Vereinten Nationen sprechen von "ethnischer Säuberung".

Richardson erklärte nicht länger in dem zehnköpfigen Gremium mitwirken zu können, das im Auftrag der Regierung Vorschläge zur Lösung der Flüchtlingskrise entwickeln soll. Er begründete dies damit, dass er keiner "Cheerleader-Truppe" der Regierung angehören wolle. Zudem warf er der Regierungschefin des südostasiatischen Staates vor, es an "moralischer Führung" fehlen zu lassen.

Richardson kritisierte Aung San Suu Kyi

Medienberichten zufolge lieferte sich der US-Diplomat zu Beginn der Woche ein heftiges Wortgefecht mit der Nobelpreisträgerin. Dabei soll es um die Festnahme zwei Journalisten gegangen sein, die in der Rohingya-Krise zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit recherchierten. Den beiden myanmarischen Staatsbürgern drohen 14 Jahre Haft. Ihnen wird vorgeworfen klassifizierte Dokumente zu besitzen, von denen sie selbst sagen, dass sie ihnen von Polizisten ausgehändigt worden seien.

Auf Richardsons Bitte, die beiden Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters freizulassen, habe Suu Kyi "wütend" reagiert, schreibt der Diplomat in seinem Rücktrittsgesuch. Eine Regierungssprecherin sagte der dpa zu Richardsons Statement: "Wir haben Respekt vor seiner Erfahrung. Wir bedauern sehr, dass er die Staatsrätin für die aktuelle Lage verantwortlich macht." Staatsrätin ist Suu Kyis offizieller Titel.

myk/mak (dpa, afp)