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Aktuell Asien

US-Dienst: Nordkorea erzeugt wieder Plutonium

Nordkorea bleibt ein Unruheherd: Gerade hat das kommunistische Regime mit dem Start einer Langstreckenrakete Empörung ausgelöst, da stellen die US-Geheimdienste fest, dass es wieder waffenfähiges Plutonium herstellt.

Vor einem Ausschuss des Parlaments in Washington erklärte US-Geheimdienstkoordinator James Clapper (Artikelbild), das kommunistisch regierte Nordkorea habe die Atomanreicherungsanlage und den Plutoniumreaktor in Yongbyon wieder hochgefahren. Die Atomanlagen seien lange genug gelaufen, um schon bald über Plutonium verfügen zu können. Damit sei binnen "weniger Wochen oder Monate" zu rechnen. Das radioaktive Material könne für die Herstellung von Nuklearwaffen verwendet werden, erklärte Clapper in seinem Jahresbericht zu weltweiten Bedrohungen für die nationale Sicherheit. Die Vereinten Nationen hatten wegen des nordkoreanischen Atomprogramms Wirtschafts- und Handelssanktionen gegen das Land verhängt.

Die Staatsführung in Pjöngjang hatte den Reaktor Yongbyon im Dezember 2002 in Betrieb genommen. 2007 wurde der Reaktorkomplex dichtgemacht. Im Sommer 2013 zeigten aber Satellitenfotos, dass Nordkorea die Atomanlage wieder hochgefahren hatte.

Aufregung nach Raketenabschuss

Zuletzt hatten ein angeblicher Wasserstoffbombentest im Januar und der Abschuss einer Langstreckenrakete Nordkoreas am Sonntag für internationale Aufregung gesorgt. Nach dem Raketenstart, der nach offiziellen Angaben Nordkoreas einem Satellitentransport diente, wollen die USA prüfen, ob sie ein Raketenabwehrsystem früher als geplant nach Südkorea verlegen. Dabei handelt es sich um ein mobiles landgestütztes Abwehrsystem. Pentagonsprecher Peter Cook kündigte in Washington entsprechende Gespräche mit dem Bündnispartner Südkorea an. Das Vorhaben dürfte vor allem China und Russland beunruhigen, die solche US-Abfangraketen nicht in ihrer Nachbarschaft haben wollen.

Die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye und ihr amerikanischer Kollege Barack Obama vereinbarten am Dienstag in einem Telefonat, sich gemeinsam für härtere internationale Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang einzusetzen. Das Verteidigungsministerium in Seoul bestätigte, dass Nordkorea tatsächlich wie angekündigt einen Satelliten auf eine Erdumlaufbahn geschossen habe - doch seien bisher keine Signale aufgefangen worden. Der US-Sender CBS berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, der Satellit befinde auf einem "Schlingerkurs im Orbit". Es sei das zweite Mal, dass Nordkorea vergeblich versucht habe, einen Satelliten auf eine stabile Umlaufbahn zu bringen.

Video ansehen 01:36

Staatengemeinschaft verurteilt Raketentest (07.02.2016)

Nordkoreas Start der Weltraumrakete am Sonntag hatte weltweit Empörung ausgelöst. Während Pjöngjang von einem "legitimen Recht auf Weltraumforschung" sprach, sieht die internationale Gemeinschaft darin den verdeckten Test einer Langstreckenrakete, die atomar bestückt werden kann. Der Start erfolgte nur einen Monat nach dem ebenfalls kritisierten vierten nordkoreanischen Atomtest.

kle/rb (afp, ape, dpa, rtre)

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