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Ex-Taliban-Gefangener

US-Deserteur Bergdahl muss nicht ins Gefängnis

Der US-Soldat Bowe Bergdahl, der 2014 durch einen umstrittenen Gefangenenaustausch aus den Händen der Taliban befreit wurde, kommt nicht wegen Fahnenflucht hinter Gitter. Präsident Trump kritisierte das Urteil scharf.

Dass Bergdahl (Artikelbild) um eine Haftstrafe herumkommt, entschied ein Militärgericht im US-Bundesstaat North Carolina. Der Richter ordnete aber auch die unehrenhafte Entlassung des 31-Jährigen aus dem Militär an und stufte seinen Rang herunter. Bergdahl muss zudem eine Geldstrafe von 10.000 US-Dollar zahlen. Die Staatsanwaltschaft hatte sich für eine Haftstrafe von 14 Jahren ausgesprochen.

Bergdahl bekannte sich in dem Verfahren der Fahnenflucht und des "Fehlverhaltens vor dem Feind" schuldig. Ihm wurde vorgeworfen, andere Soldaten in Gefahr gebracht zu haben, indem er sich Ende Juni 2009 unerlaubt von einem Stützpunkt in der afghanischen Provinz Paktika entfernte.

Stunden später wurde er von Taliban-Kämpfern gefangen genommen. Mit ihnen verbündete Militante hielten ihn fünf Jahre lang in Pakistan fest.

Umstrittener Gefangenenaustausch

Unter dem früheren US-Präsidenten Barack Obama wurde Bergdahl schließlich im Mai 2014 im Austausch gegen fünf in Guantánamo Bay gefangene Taliban freigelassen. Dies hatte in den USA für viel Kritik gesorgt.

Die Republikaner warfen Obama vor, mit Terroristen verhandelt und einen gefährlichen Präzedenzfall geschaffen zu haben. Ex-Kameraden bezeichneten Bergdahl als Verräter, der das Leben von Soldaten aufs Spiel gesetzt habe. Auch US-Präsident Donald Trump nannte Bergdahl im Wahlkampf einen "miesen Verräter".

"Eine Schande für unser Land"

Entsprechend reagierte Trump mit scharfer Kritik auf das vergleichsweise milde Urteil. Es sei eine "totale Schande für unser Land und unser Militär", twitterte er auf seinem Flug nach Hawaii.

gri/rk (dpa, afp)