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Aktuell Amerika

US-Bundesjustiz fordert Todesstrafe für Attentäter von Charleston

Der Mann, der neun Menschen bei einer Bibelstunde erschoss, soll selbst dafür sterben - so will es die US-Justizministerin. Ausschlaggebend sei das Leid, das er hervorgerufen habe, erklärt die oberste Anklägerin der USA.

Leichenwagen vor der Methodistenkirche in Charleston (Archivbild: Reuters)

Begräbnis nach der Schießerei im Juni 2015: Leichenwagen vor der Methodistenkirche in Charleston

Knapp ein Jahr nach dem Amoklauf in einer von Afroamerikanern besuchten Kirche in South Carolina fordert die US-Regierung die Todesstrafe für den mutmaßlichen Täter. Das teilte Justizministerin Loretta Lynch in Washington mit.

"Die Art des ihm zur Last gelegten Verbrechens und das dadurch entstandene Leid machen diese Entscheidung erforderlich", erklärte sie. In den Vereinigten Staaten ist der Justizminister zugleich United States Attorney General, was in etwa dem deutschen Generalbundesanwalt entspricht.

Schüsse in der Bibelstunde

Dylann Roof, ein Weißer, ist angeklagt, im Juni 2015 während einer Bibelstunde in der Küstenstadt Charleston auf die schwarzen Gläubigen geschossen und neun Menschen getötet zu haben. Er muss sich deshalb ab Januar nächsten Jahres vor einem Bundesgericht in 33 Punkten verantworten - unter anderem wegen eines Hassverbrechens, Verletzung religiöser Rechte und Verstößen gegen Waffengesetze.

Zudem klagte ihn ein Gericht des Bundesstaates South Carolina wegen neunfachen Mordes und dreifachen versuchten Mordes an. Auch dort fordert die Staatsanwältin die Todesstrafe.

Der 22-Jährige war im Internet als Autor eines rassistischen Manifests hervorgetreten. Bei einer Anhörung im Juli hatte er den Anklagepunkt eines rassistischen Hassverbrechens jedoch zurückgewiesen. Die Trauerrede für die neun Opfer des Attentats hatte Präsident Barack Obama gehalten.

jj/se (dpa, afp)