1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Diplomatie

US-Botschafter in China tritt aus Protest gegen Trump zurück

Der amtierende US-Botschafter in China ist zurückgetreten - offenbar aus Protest gegen den amerikanischen Ausstieg aus dem Klimapakt. Zuvor war bereits ein anderer Top-Diplomat auf Distanz zu Präsident Trump gegangen.

Wegen des Ausstiegs aus dem Pariser Klimaschutzabkommen durch US-Präsident Donald Trump hat der amtierende amerikanische Botschafter in China, David Rank (Artikelbild), gekündigt. Nach Angaben von US-Medien und des China-Experten John Pomfret unterrichtete der Geschäftsträger seine Botschaftsmitarbeiter bei einer Versammlung in Peking persönlich von dem Schritt.

Die US-Botschaft wollte nur bestätigen, dass Rank "eine persönliche Entscheidung getroffen" habe. "Wir wissen seine Jahre engagierten Dienstes für das Außenministerium zu schätzen", sagte eine Sprecherin. Der Karrierediplomat blickt auf 27 Jahre im auswärtigen Dienst der USA zurück. Er führte die Botschaft in Peking, da der ernannte neue Botschafter Terry Branstad seinen Dienst erst Ende des Monats antreten wird.

Donald Trump bei der Verkündung des Ausstiegs aus dem Klimapakt im Rosengarten des Weißen Hauses (Reuters/K. Lamarque)

Donald Trump bei der Verkündung des Ausstiegs aus dem Klimapakt im Rosengarten des Weißen Hauses

Trump hatte am Donnerstag verkündet, ab sofort die Pariser Vereinbarung von 195 Staaten nicht mehr umsetzen zu wollen, da diese einseitig zu Lasten seines Landes gehe und dort Jobs koste. International war sein Schritt scharf kritisiert worden. Ziel des Abkommens ist es, die Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren und so die Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf unter zwei Grad zu begrenzen. Der Ausstieg der USA aus dem Abkommen kann formal frühestens zum Ende von Trumps gegenwärtiger Amtszeit in Kraft treten.

Widerspruch aus London

Am Sonntag war ein anderer Diplomat öffentlich auf Distanz zu Trump gegangen - allerdings aus einem anderen Grund. Nach dem jüngsten Terroranschlag von London mit sieben Toten lobte Lew Lukens, amtierender US-Botschafter in London, auf Twitter "die starke Führung des Bürgermeisters von London, mit der er die Stadt nach dieser abscheulichen Tat voran führt". Der Tweet wurde von Beobachtern als Kritik am US-Präsidenten verstanden, der den ersten muslimischen Bürgermeister einer europäischen Hauptstadt zuvor auf Twitter angegriffen hatte.

Hintergrund ist ein BBC-Interview von Bürgermeister Sadiq Khan, in dem dieser nach dem Terroranschlag versuchte, die Bürger zu beruhigen. Unter anderem sagte er, die Menschen würden auf eine verstärkte Polizeipräsenz stoßen, darunter auch auf bewaffnete Polizisten - doch gebe es "keinen Grund, sich zu ängstigen".

Daraufhin twitterte Trump: "Mindestens sieben Tote und 48 Verletzte bei einer Terrorattacke und der Bürgermeister von London sagt, es gebe 'keinen Grund, sich zu ängstigen'". Khan selbst reagierte nicht auf den Vorwurf, doch sein Sprecher erklärte später, der Bürgermeister der britischen Hauptstadt habe "Besseres zu tun", als auf einen "schlecht informierten Tweet" des US-Präsidenten zu antworten. So müsse Khan unter anderem "die Antwort auf diese schreckliche und feige terroristische Attacke koordinieren".

In einem weiteren Tweet beschuldigte Trump Khan später, auf seine Kritik mit einer "erbärmlichen Ausrede" reagiert zu haben.

stu/cr (afp, dpa)

 

Die Redaktion empfiehlt