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Politik

US-Behörden uneins über Terrorgefahr in New York

In New York sind nach einem Hinweis auf geplante Bombenanschläge in der U-Bahn die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden. Das Heimatschutzministerium bezweifelt die Glaubwürdigkeit der Hinweise.

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Sicherheitskräfte in den U-Bahnhöfen verstärkt

U-Bahn New York Alstrom R143

Die U-Bahn in New York City

Ein Massenaufgebot von Sicherheitskräften hat am Donnerstag (7.10.2005 Ortszeit) die New Yorker U-Bahn durchsucht. Sie kontrollierten Einkaufsbeutel, Aktentaschen, Kinderwagen und Gepäckstücke von U-Bahn-Fahrgästen. Es handele sich um die bislang konkreteste Drohung gegen New York, erklärte Bürgermeister Michael Bloomberg am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. Der Tipp "aus Übersee" sei der Bundespolizei FBI zugespielt worden und werde wegen seiner genauen Angaben als glaubwürdig eingeschätzt, sagte Bloomberg. Festnahmen gab es bislang keine. Aus Sicherheitskreisen verlautete, die Bedrohung sei "konkret in puncto Ort, Zeit und Methode". Die Rede war unter anderem von einem mit Sprengstoff bepackten Kinderwagen.

"Übermaß an Vorsicht"

Während die Behörden in der Millionenmetropole die Hinweise als glaubwürdig einschätzten, spielte die Regierung in Washington die Bedrohung dagegen herunter. "Die Geheimdienste kamen zu dem Schluss, dass diese Information von zweifelhafter Glaubwürdigkeit ist", erklärte der Sprecher des Heimatschutzministeriums, Russ Knocke, ohne nähere Einzelheiten zu nennen. Er vermute, die Warnung der New Yorker Behörden sei aus einem "Übermaß an Vorsicht" entstanden.

Bürgermeister Bloomberg empfahl den New Yorkern, ihr Leben wie gewohnt fortzusetzen und das U-Bahn-Netz auch weiterhin zu benutzen, allerdings "auf eigene Gefahr". Er selbst werde mit der U-Bahn nach Hause fahren. Dem Hinweis zufolge war "nichts für die nächsten Tage geplant", erläuterte Bloomberg. "Wir haben alles getan, um diese Stadt zu schützen, und wir werden dies auch weiterhin tun", sagte er und versprach, weder Mühe noch Kosten zu scheuen.

Verbindung in den Irak?

Terrorwarnung in USA

Schon im vergangenen Jahr sorgten Terrorwarnungen für verstärkte Polizeipräsenz

Der US-Fernsehsender ABC berichtete, es gebe Informationen, dass 19 potenzielle Terroristen Bomben im U-Bahnnetz verstecken wollen. Im Nachrichtensender CNN wurden unter Berufung auf einen nicht namentlich genannten hohen US-Offizier Verbindungen zu einer streng geheimen Operation im Irak gegen das Terrornetzwerk El Kaida hergestellt. Einer der dabei Festgenommen gab laut ABC den Hinweis. Die Festnahmen seien innerhalb der vergangenen 24 Stunden geschehen. Es werde befürchtet, dass diese Zellen Kontakte zu Verschwörern in New York haben. Ein US-Militärsprecher in Bagdad erklärte, er habe keine Information über eine Festnahme von Al-Kaida-Zellen.

Aus New Yorker Sicherheitskreisen verlautete, die Stadt wisse bereits seit Montag von der Gefahr. Die Informationen seien aber bis zur Festnahme von zwei oder drei Mitgliedern des Terrornetzwerks Al Kaida in Irak zurückgehalten worden.

Nachrichten zurückgehalten

Auch der Fernsehsender WNBC hielt zwei Tage lang einen Bericht über die Bedrohung des U-Bahn-Netzes zurück. Grund waren die Bitten von Behörden in New York und Washington, auf eine Berichterstattung vorläufig zu verzichten, da sonst die öffentliche Sicherheit und laufende Operationen in Gefahr seien. Diese Bitten seien sehr intensiv gewesen, erklärte Dan Forman, stellvertretender Nachrichtenchef von WNBC. "Es war das Beste für die Stadt und das Verantwortungsvollste, das wir tun konnten."

Der New Yorker Polizeichef Raymond Kelly, der an der Seite Bloombergs zur Pressekonferenz erschien, forderte die Bewohner der Stadt zu erhöhter Wachsamkeit auf. Verdächtige Personen und Handlungen sollten der Polizei gemeldet werden. "Wir haben alles getan, um diese Stadt zu schützen, und wir werden dies auch weiterhin tun", betonte Bloomberg. Die Polizeipräsenz werde erhöht, weder Kosten noch Mühen würden gescheut. Der New Yorker Nahverkehr befördert durchschnittlich 4,5 Millionen Fahrgäste an einem normalen Werktag. Es umfasst rund 470 U-Bahn-Stationen. (stu)

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