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Nachrichten

US-Behörde erklärt Klonfleisch-Verzehr für unbedenklich

Die Vereinigten Staaten könnten das erste Land werden, in dem Fleisch und Milch von geklonten Tieren verkauft werden dürfen. Das legt ein Bericht der US-Lebensmittelbehörde nahe. Die Kritiker laufen Sturm.

Kühe auf der Wiese

Auch wenn die Rinder geklont sind, ist ihr Fleisch essbar, meint die Behörde

Die US-Lebensmittelbehörde FDA hat Fleisch und Milch von geklonten Tieren für unbedenklich als Nahrungsmittel für den Menschen erklärt. Studien hätten "keinen Unterschied zwischen einem gesunden Klon und konventionell gezüchteten Tieren gezeigt", teilte ein Sprecher am Donnerstag in Washington mit. Demnach lagen "alle Blutwerte, der allgemeine Gesundheitszustand sowie das Verhalten geklonter Tiere und ihrer konventionellen Artgenossen von ein und demselben Hof im gleichen Bereich". Die Ergebnisse beziehen sich auf Rinder, Schweine und Ziegen. Über geklonte Schafe könne noch nicht entschieden werden da die vorliegenden Informationen nur unzureichend seien.

Boykott gefordert

Die Öffentlichkeit hat nun bis zum 2. April 2007 Zeit, die Ergebnisse der FDA-Analyse zu kommentieren. Danach will die Behörde die dadurch neu gewonnenen Daten prüfen und über die eventuelle Aufhebung des derzeitigen Verkaufsverbots für Milch und Fleisch von geklonten Tieren entscheiden und festlegen, ob die Produkte aus geklonten Tieren besonders gekennzeichnet werden müssen. Eine Entscheidung könnte bis Ende 2007 fallen, sagte ein Sprecher. Die USA wären das erste Land, das den Verkauf von Produkten aus geklonten Tieren erlaubt.

Bei Verbraucherschützern löste die Ankündigung der FDA heftige Kritik aus. Unabhängige Umfragen zeigten, dass 60 Prozent der US-Bürger gegen das Klonen von Tieren seien und deren Milch und Fleisch auch nicht kaufen wollten, wenn die Regierung es als sicher einstufen würde, sagte die Direktorin für Ernährungspolitik des US-Verbraucherschutzbundes. "Für den Verbraucher bietet die umstrittene (Klon-)Technologie keinerlei Vorteile. Das Klonen wird Milch und Fleisch weder gesünder noch preiswerter machen." Sollte die Regierung nicht handeln, würden die Interessenverbände die Verbraucher auffordern, Druck auf Einzelhändler auszuüben, damit diese keine Klontierprodukte verkauften, so Tucker-Foreman. Der Regierung warf die Verbraucherschützerin vor, wissenschaftliche Ergebnisse zu ignorieren. Diese zeigten, dass Klon-Schwangerschaften oft zu Fehlgeburten führten, zahlreiche Klon-Tiere mit Missbildungen geboren würden und oft nicht lange überlebten.

Kein Verbot, kein Verkauf

Ein FDA-Sprecher wies darauf hin, es sei unwahrscheinlich, dass Verbraucher im Falle einer Aufhebung des Verkaufsverbots auch wirklich Produkte von geklonten Tieren kaufen könnten. Die meisten Klon-Tiere würden zur Aufzucht genutzt, außerdem gebe es nur einige hundert geklonte Tiere.

Das erste geklonte Tier war das Schaf Dolly. Seine Geburt löste 1996 eine heftige Diskussion aus. Kritiker sagen, die Wissenschaft wisse noch zu wenig über das Klonen, um die Auswirkungen auf die Ernährung und Biologie beurteilen zu können. Es brauche mehr Zeit, damit auch in der Öffentlichkeit über das Thema ausreichend diskutiert werde. Befürworter sehen Klonen dagegen als Weg, Milch und Fleisch in besserer Qualität zu produzieren. (ask)

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