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Aktuell Welt

US-Bürger strömen in Film "The Interview"

An Weihnachten gehen die Amerikaner traditionell gerne ins Kino. Einer der Renner an diesen Festtagen ist die Nordkorea-Satire "The Interview" - der Film zur Staatsaffäre.

In mehr als 300 Kinos in den USA ist am 1. Weihnachtsfeiertag der Film "The Interview" gestartet. Viele Kinobetreiber meldeten ausverkaufte Vorstellungen. Der Streifen schildert in komödiantischer Form den Versuch von zwei trotteligen US-Journalisten, den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zu ermorden.

Großer Hackerangriff

Dieser Plot macht die Filmklamotte zum Gegenstand der großen Politik. Der kommunistische Jungdiktator in Pjöngjang fühlte sich beleidigt und veralbert. Eine Hackergruppe namens "Guardians of Peace" drang in das Computersystem des Filmproduzenten Sony-Pictures ein und stahl bei der US-Tochter des japanischen Elektronik-Konzerns riesige Datenmengen, darunter auch vertrauliche Dokumente.

Gleichzeitig drohten die "Guardians" Kinobesitzern mit massiven Anschlägen, falls sie den Film vorführen sollten. Sony machte daraufhin einen Rückzieher und erklärte, der Film werde nicht öffentlich gezeigt. Dies wiederum rief US-Präsident Barack Obama auf den Plan, der die Meinungs- und Kunstfreiheit bedroht sah. Nach Erkenntnissen der US-Bundespolizei FBI steckt das kommunistische Regime Nordkoreas hinter den Hackerangriffen und den Terrordrohungen. Pjöngjang wies diese Vorwürfe natürlich empört zurück.

Obama begrüßt Filmfreigabe

Am Mittwoch hatte Sony "The Interview" dann überraschend zunächst für den US-Kanal von Youtube freigeben und dann für Kinos. Obama begrüßte diesen Schritt. Die USA seien ein Land, das auf Redefreiheit und Freiheit der Kunst setze, erklärte sein Sprecher. Auch Kongressabgeordnete beider Parteien und Hollywood-Stars wie George Clooney hatten Sony für die Entscheidung kritisiert, den Film nicht veröffentlichen. Einige sprachen von Selbstzensur.

Filmplakat von The Inteview (Foto. dpa)

Filmplakat von "The Inteview"

In der Filmsatire bedroht Kim Jong Un die Welt mit seinen Atomraketen. Er fühlt sich nicht ernst genommen und will sich so Respekt verschaffen. Als die zwei Fernseh-Journalisten (gespielt von James Franco und Seth Rogen) ein Interview mit ihm bekommen, bittet der US-Geheimdienst CIA sie, Kim bei der Gelegenheit umzubringen.

Das Attentat soll allerdings nicht in die USA zurückzuverfolgen sein, man will die Spannungen nicht verschärfen, heißt es im Film. Deswegen ist der Plan zunächst, Kim mit einem langsam wirkenden Gift zu ermorden. Dabei läuft allerdings einiges schief, und das tödliche Finale endet in Riesenexplosionen, die der Machthaber nicht überlebt.

Kann es wirklich sein, dass der Mann aus Pjöngjang das Spektakel ernst nimmt? Und seine Hacker in Bewegung setzt? Hat Kim Jong Un wirklich gar keinen Humor? Es sei ein Rätsel, wie ein so harmloser Streifen eine so teuflische Reaktion hervorrufen könne, heißt es in der "New York Times". Der Filmkritiker des britischen "Guardian" schreibt, nachdem er "The Interview" gesehen hatte: "Es war nicht sonderlich lustig, es sei denn, wenn Sie wirklich Witze über die Genitalien lieben."

wl/SC (dpa, afp, rtr)