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Kultur

US-Autorin Paula Fox ist tot

Ihr Durchbruch kam spät: Paula Fox schrieb mehr als 20 Kinderbücher und sechs Romane. Nun ist die preisgekrönte US-amerikanische Schriftstellerin im Alter von 93 Jahren gestorben.

Als sie bereits ein halbes Dutzend Kinderbücher sowie einen Roman geschrieben hatte, kam für Paula Fox endlich der große Erfolg. 1971 veröffentlichte sie "Was am Ende bleibt", ein Roman über eine scheiternde Ehe, der sie in den USA berühmt machte. Bereits ein Jahr später wurde das Buch mit Shirly MacLaine in der Hauptrolle verfilmt und wiederum ein Jahr später publizierte Paula Fox "Kalifornische Jahre", ein Porträt vom Amerika der Vierzigerjahre. Bekannt ist Fox jedoch vor allem für ihre Kinder- und Jugendbücher. Für "Sklavenfracht nach New Orleans", das vom Sklavenhandel im 19. Jahrhundert handelt und in den USA große Beachtung fand, wurde sie 1974 mit der Newbery-Medaille ausgezeichnet, einer der höchsten Auszeichnungen für Kinderliteratur in den USA. 1978 erhielt sie dann den Ritterschlag: den Hans-Christian-Andersen-Preis für Kinder- und Jugendbücher, der von einem international besetzt Kuratorium aus 70 Ländern vergeben wird. 

Verarbeitung einer schweren Kindheit

In ihren Memoiren, die Paula Fox 2001 unter dem Titel "In fremden Kleidern" veröffentlichte, verarbeitet sie ihre turbulenten ersten fünfzehn Lebensjahre. Ihre zwanzigjährige Mutter hatte sie nach der Geburt in ein Waisenhaus gegeben. Zunächst kam sie in die Obhut eines Priesters, dann in ein Kinderheim. Anschließend lebte sie für kurze Zeit bei ihrer Mutter auf einer Zuckerrohrplantage auf Kuba, bis sie schließlich, im Alter von zehn Jahren, zu ihrer Großmutter nach New York zog. Trotz dieser traumatischen und turbulenten Jahre ihrer Kindheit und Jugend, handelte Paula Fox genauso, wie es ihre Mutter getan hatte. Mit zwanzig Jahren bekam sie eine Tochter und gab sie zur Adoption frei.

In ihrer zweiten Autobiografie "Der kälteste Winter" von 2005 beschreibt Fox ihre Zeit als Journalistin im zerstörten Europa der unmittelbaren Nachkriegszeit. Für ihre Romane und Memoiren, obwohl vor allem in den USA viel Beachtung fanden, gewann sie nie einen Preis. Ihre Kinderbücher hingegen waren weltweit erfolgreich.

Auch in Deutschland sind Paula Fox' Bücher beliebt

2008, fast vierzig Jahre nach der Erstveröffentlichung, gewann ihr Kinderbuch "Ein Bild von Ivan" als Neuübersetzung den Deutschen Jugendliteraturpreis. Im Laufe ihrer Karriere schrieb sie mehr als 20 Kinderbücher und sechs Romane. In Deutschland waren ihre Romane lange Zeit nur einem kleinen Publikum bekannt. Erst als der Beck-Verlag nach der Jahrtausendwende damit begann, sie in deutscher Sprache zu publizieren, gewann ihr gesamtes schriftstellerisches Werk auch hierzulande an Bedeutung. 

Paula Fox war zweimal verheiratet und hat drei Kinder und mehrere Enkel, darunter die Rockmusikerin und Witwe des Nirvana-Sängers Kurt Cobain, Courtney Love. Nun ist Paula Fox im Alter von 93 Jahren in New York gestorben. 

 

sf/so (AFP, FAZ, Munzinger)

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