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Wirtschaft

US-Autobauer unter Druck

Im Wettlauf mit der Zeit ringen die angeschlagenen US-Autokonzerne General Motors und Chrysler um ihre Existenz. Die Verhandlungen mit allen Partnern werden wohl bis zur letzten Minute dauern.

Logo der US-Autobauer GM und Chrysler (Foto: AP)

Die Zukunft der Autokonzerne General Motors und Chrysler steht auf dem Spiel

Unter Hochdruck verhandeln die beiden schwer angeschlagenen US-Autoriesen General Motors und Chrysler mit der mächtigen Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) und den Gläubigern über Inhalte und Ausgestaltung der Sanierungspläne. Von diesen Plänen hängen mögliche weitere staatliche Finanzspritzen ab. Viel Zeit bleibt nicht mehr, und die Gespräche sind noch immer nicht beendet. Die Unternehmen werden in der Nacht von Dienstag (17.02.2009) auf Mittwoch ihre Vorlagen beim Finanzministerium in Washington einreichen und die Öffentlichkeit über Details der Sanierungspläne informieren.

Männer vor Vereinzelungsanlage (Foto: dpa)

Sie fürchten um ihre Jobs: GM-Mitarbeiter

Im Mittelpunkt der Verhandlungen stehen die von der US-Regierung geforderten Kosteneinsparungen. Die Opel-Mutter GM hat bereits angekündigt, die Zahl der Angestellten weltweit um 10.000 zu verringern. Außerdem bietet der Konzern seinen 62.000 gewerkschaftlich organisierten Mitarbeitern Abfindungen an. Auch Chrysler will sich mit Abfindungen von einem Teil seiner von der UAW vertretenen Arbeitern trennen. Zudem verhandeln beide Konzerne mit der UAW über eine Senkung der Sozialleistungen.

Deutsche Staatsbeteiligung bei Opel?

Zur Diskussion stehen offenbar auch die Reduzierung oder Verkäufe ganzer Produktlinien. Betroffen davon könnten auch die beiden europäischen GM-Marken, Opel und Saab, sein. Berichte über mögliche Werksschließungen in Europa wies Opel-Betriebsratschef Klaus Franz zurück. Derartige Szenarien seien seiner Kenntnis nach in dem Sanierungsplan nicht enthalten. Zur Absicherung der deutschen GM-Tochter Opel erwägen Bund und Länder nach Medienberichten eine Staatsbeteiligung. Dazu müsste Opel zumindest teilweise aus dem Konzern herausgelöst werden.

Drei Autos (Foto: dpa)

Zu lange auf die falschen Modelle gesetzt - Riesen SUVs sind nicht mehr gefragt

Als weitere Schritte planen GM und Chrysler eine Reduzierung der Zahl der Vertragshändler vor allem in Ballungsgebieten. Die hohen Lagerbestände sollen durch billige Kredite für die Autokäufer abgebaut werden. Und auch die Zulieferer sollen ihren Teil zur Sanierung der Autobauer beitragen. Diese sind aber selbst von der Krise betroffen. Schließlich müssen beide Unternehmen nach den Auflagen für die bisherigen Staatskredite ihre unbesicherten Schulden drastisch abbauen. In diesem Zusammenhang müssen beide auch ihre Beiträge für den Krankenversicherungsfonds für Ruheständler senken.

Autobauer müssen tragfähige Sanierungspläne vorlegen

Die US-Regierung unter Präsident George W. Bush hatte den beiden taumelnden Autobauern Mitte Dezember 2008 insgesamt 13,4 Milliarden Dollar Soforthilfe gewährt. Das Geld stammt aus dem 700-Milliarden-Dollar Rettungspaket für die Finanzbranche. Der Schritt war nötig geworden, weil die Republikaner ihre Zustimmung für eine eigene Lösung für die Autoindustrie verweigerten. Voraussetzung für die Gewährung der Gelder war auch eine Zusage, bis Ende März 2009 tragfähige Sanierungspläne vorzulegen.

Dazu gehört der Nachweis für die Einleitung einer umfassenden Neustrukturierung, die langfristig das Überleben der Konzerne sichert. Sichergestellt werden soll damit aber vor allem die Rückzahlung der auf Kosten der Steuerzahler gewährten Kredite. Die sind inzwischen noch ein wenig größer geworden. Ein Regierungssprecher in Washington sagte, GM erhalte weitere vier Milliarden Dollar, Chrysler drei Milliarden. (gmf)

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