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Amerika

US-Autobauer General Motors sucht Neuanfang

Der einst größte Automobilproduzent der Welt, General Motors, ist pleite und hat Insolvenz angemeldet. Das bedeutet zwar nicht das Ende des traditionsreichen Konzerns. Aber zehntausende Arbeitsplätze sind in Gefahr.

GM-Zentrale (Foto: AP)

Noch hängen die Fahnen vor der GM-Zentrale in Detroit nicht auf Halbmast

Unmittelbar vor Börsenbeginn am Montag (01.06.2009) hat die Konzernspitze von General Motors Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts beantragt. Es ist der größte Bankrott in der Geschichte der US-Industrie. Gut 100 Jahre nach seiner Gründung soll der Konzern zur Sanierung vorübergehend verstaatlicht werden und sich geschützt von Gläubigerforderungen gesundschrumpfen. Die US-Regierung will einen raschen Neuanfang des Unternehmens durch einen ungewöhnlich schellen Abschluss des Insolvenzverfahrens. Sie gibt GM dafür 60 bis 90 Tage Zeit.

US-Regierung wird Mehrheitseigner

US-Präsident Barack Obama (Foto: AP)

US-Präsident Obama macht sich für einen Neuanfang von GM stark

Dem Vernehmen nach wird die US-Regierung GM mit 50 Milliarden Dollar stützen, inklusive der bereits gewährten 21 Milliarden Dollar, und dafür 60 Prozent der Anteile an GM übernehmen. Die kanadische Regierung erhält für einen Kredit von 9,5 Milliarden US-Dollar 12,5 Prozent der Anteile von GM, 17,5 Prozent gehen an einen Gesundheitsfonds der Automobilarbeitergewerkschaft UAW. Die bisherigen Gläubiger sollen für ihren Verzicht auf ihre Forderungen in Höhe von 27 Milliarden Dollar zehn Prozent des neuen Konzerns überschrieben bekommen, mit der Option, ihren Anteil später auf 25 Prozent zu erhöhen. Ein entsprechendes Angebot hatte eine Mehrheit der Gläubiger am Sonntag akzeptiert.

Den Umstrukturierungsprozess leiten soll Al Koch, Direktor einer bekannten US-Beraterfirma. Koch gilt als erfahrener Krisenmanager und hat bereits die US-Handelskette Kmart nach einer Insolvenz erfolgreich saniert. US-Präsident Barack Obama lobte den Plan zur Umstrukturierung des Autobauers, dieser sei "glaubhaft und vielversprechend", sagte er am Montag in Washington. "Unser Ziel ist, GM wieder auf die Beine zu helfen, uns zurückzuhalten und uns schnell wieder zurückzuziehen", sagte Obama.

GM muss abspecken

Automobil (Foto: AP)

Überleben gesichert: GM-Marke Cadillac

Nach Regierungsangaben sollen elf Werke geschlossen und drei weitere nicht mehr genutzt werden. Als überlebensfähig gelten von den acht Konzernmarken nur vier, die anderen sollen eingestellt oder verkauft werden. Weltweit sollen auch mehr als 30.000 der noch 235.000 Stellen wegfallen.

General Motors solle "schlanker, kundenfreundlicher und wettbewerbsfähiger", kündigte GM-Chef Fritz Henderson an. "Der neue GM-Konzern soll aus den stärksten Teilen unseres bisherigen Unternehmens gebaut werden", sagte er. "Das ist nicht das Ende von GM, sondern der Start eines neuen und besseren Kapitels."

Opel nicht betroffen

Ein Sprecher von GM Europa sieht das am Wochenende für die deutsche GM-Tochter Opel ausgehandelte Rettungspaket durch die Insolvenz des Mutterkonzerns nicht gefährdet. "Wir sind nicht betroffen, was immer auch in den USA passieren mag", sagte er. US-Finanzminister Timothy Geithner sagte, er glaube, dass die Autobauer GM und Chrysler nach der Umstrukturierung ohne weitere staatliche Hilfen auskommen könnten und vor einer erfolgreichen Zukunft stünden.

Chrysler hatte bereits Ende April Insolvenz beantragt. In der Nacht zum Montag billigte ein US-Gericht die Übernahme des Chrysler-Kerngeschäfts durch den italienischen Fiat-Konzern. Auch der zweitgrößte US-Autobauer Ford hat in den letzten Jahren Milliardenverluste eingefahren. Im Gegensatz zu GM und Chrysler will er allerdings aus eigenen Kräften die Krise meistern. (gmf/det/rtr/ap/afp/dpa)

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