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Politik

US-Aufklärungsflüge über den Philippinen

Überschattet vom Absturz eines Armeehubschraubers haben die USA mit militärischen Aufklärungsflügen über den südlichen Philippinen begonnen. Sie sollen Erkenntnisse über die Operationen die Abu Sayyaf liefern.

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Auf der Suche nach Terroristen

Die Terrorgruppe hat in der Vergangenheit vor allem durch die Geiselnahme westlicher Touristen von sich Reden gemacht. Ihr werden aber auch Verbindungen zum Al-Kaida-Netzwerk Osama Bin Ladens nachgesagt.

Ein Element im Kampf gegen den Terror

Das mit der Regierung der Philippinen abgestimmte Vorgehen der US-Armee stellt eine neue Dimension im Kampf gegen den Terror dar und reiht sich ein in die Bemühungen verschiedener südostasiatischer Staaten, den Islamisten in der Region den Boden zu entziehen.

Die "Washington Post" zitiert am Donnerstag (21. Februar 2002) einen hohen Regierungsbeamten mit den Worten, das Ganze werde den Abu-Sayyaf-Terroristen einen "Stoß" versetzen. Die Terrorgruppe, die im Süden des philippinischen Inselarchipels operiert, stellt seit Jahren ein Problem für die Regierung in Manila dar: Zum einen haben die Entführungen westlicher Touristen, darunter auch die der deutschen Familie Wallert im Jahr 2000, den Tourismus, einen der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes, zum Erliegen gebracht. Zum anderen untergräbt der islamische Fundamentalismus dieser und anderer Moslemgruppen die Machtbasis der Zentralregierung in Manila.

Die USA haben die Abu Sayyaf als wichtiges Ziel im Kampf gegen den internationalen Terrorismus identifiziert. Ein Grund ist der, dass die Gruppe bis zum heutigen Tage auch immer wieder US-Bürger als Geiseln genommen hat. Zweitens befürchtet man, dass Al Kaida nach ihrer Vertreibung aus Afghanistan mit Hilfe von Abu Sayyaf eine neue Operationsbasis auf den Philippinen betreiben könnte.

Flieger starten in Okinawa

Die USA mussten Mitte der neunziger Jahre ihre großen Marine- und Luftstützpunkte Subic Bay und Clark Airfield auf den Philippinen schließen. Deshalb führen sie ihre Aufklärungsflüge derzeit vom japanischen US-Stützpunk Okinawa aus durch. Mittels dieser Flüge sollen wichtige Informationen über die Operationen und Ausbildungslager der Abu Sayyaf gesammelt werden. Zusammen mit der Anti-Terror-Ausbildung der phlippinischen Armee soll diese Strategie schon im kommenden Frühjahr erste Früchte tragen und ein schlagkräftiges Vorgehen gegen die Terroristen am Boden ermöglichen. Bis dahin wollen die USA ihre Präsenz auf den Philippinen deutlich verstärken. Die derzeit knapp 80 Militärberater sollen im Zuge gemeinsamer Manöver mit der philippinischen Armee auf insgesamt 660 US-Soldaten aufgestockt werden.

Doch obwohl die Zusammenarbeit bei der Terrorbekämpfung auf höchster politischer Ebene von US-Präsident Bush mit der philippinischen Präsidentin Gloria Arroyo abgestimmt wurde, gibt es in Teilen des Landes erhebliche Vorbehalte gegen die US-Präsenz. Dies zumindest haben Angehörige der US-Botschaft in Manila nach Washington gemeldet. Nicht umsonst haben US-Militärs vor Ort inzwischen angekündigt, dass US-Soldaten auf den Philippinen demnächst mit dem Bau einer Moschee, der medizinischen Betreuung kranker Kinder und anderen Good-Will-Aktionen beginnen wollen.