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Wirbel in der Trump-Regierung

US-Außenminister Rex Tillerson dementiert Rücktrittsgedanken

Normalerweise stellen sich Minister vor die Presse, um einen Rücktritt anzukündigen. Anders US-Außenminister Tillerson, der für manche Beobachter schon als angezählt galt.

USA Tillerson dementiert Rücktrittsgedanken (Reuters/Y. Gripas)

Steht weiter zu seinem Chef Donald Trump: US-Außenminister Rex Tillerson

US-Außenminister Rex Tillerson hat in einem ungewöhnlichen Schritt eine Art Treuegelöbnis zu Präsident Donald Trump geleistet. Er habe nie die Absicht gehabt, seinen Posten zu räumen, sagte Tillerson in Washington in einem kurzfristig anberaumten Statement. Er werde sich zudem nicht an Bestrebungen in Washington beteiligen, Trumps Regierung zu schwächen. "Alles was wir erreicht haben, haben wir als Team erreicht", sagte Tillerson.

Der Außenminister reagiert damit auf einen Bericht des Senders NBC, wonach er von Vizepräsident Mike Pence im Sommer zum Weitermachen habe überredet werden müssen. In dem Bericht hieß es auch, Tillerson solle Trump nach einer Rede des Präsidenten als "Trottel" bezeichnet haben. Auch das dementierte Tillerson jetzt in seinem Statement. Und US-Präsident Trump erklärte über Twitter, NBC solle sich bei Tilleron wegen der Falschmeldung entschuldigen.

Rüge per Tweet?

Erst am vergangenen Wochenende sah es nach Differenzen zwischen Tillerson und seinem Chef aus. Der Außenminister hatte bei seinem Besuch in China angekündigt, in dem festgefahrenen Atomstreit das Gespräch mit Nordkorea zu suchen. Kurz darauf erklärte Trump über Twitter, sein "wunderbarer Außenminister" solle seine Zeit nicht verschwenden.

Der Nordkoreakonflikt ist nicht das einzige Thema, zu dem Tillerson sich anders als Trump äußerte. So sprach sich der frühere Topmanager des Ölkonzerns ExxonMobil für den Verbleib im Pariser Klimaschutzabkommen aus. Auch in der Iranpolitik vertrat er eine weniger harsche Auffassung als Trump. "Wir werden dem Präsidenten eine Reihe von Vorschlägen unterbreiten", so Tillerson jetzt bei seiner Treue-Pressekonferenz. Welche dies seien, ließ er jedoch offen. Auch Nachfragen blieben unbeantwortet, ob er die Ansicht von Verteidigungsminister James Mattis teile, wonach die USA zum Iran-Atomdeal stünden, solange Teheran die Vereinbarung einhalte. Trump hatte das Abkommen als "das schlechteste überhaupt" bezeichnet und eine Aufkündigung gefordert.

Die Stimme der Vernunft

In Washington wird seit langer Zeit spekuliert, der Außenminister sei ein Regierungsmitglied auf Abruf. Neben unterschiedlichen politischen Auffassungen gilt Tillerson auch bei Diplomaten im eigenen Haus als umstritten. So wird sein Konzept des strikten Personalabbaus im Ministerium und im diplomatischen Dienst kritisch bewertet.

Vielen westlichen Partnern gilt Tillerson als Stimme der Vernunft in der häufig als unberechenbar empfundenen Trump Regierung. Unter anderem pflegt der amtierende Bundesaußenminister Sigmar Gabriel nach eigener Auskunft eine positive Arbeitsbeziehung zu Tillerson.

fab/SC (dpa, afp, rtre)

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