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Aktuell Welt

US-Außenminister Kerry gedenkt in Japan der Atombombenopfer

Beim ersten Abwurf einer Atombombe in der Menschheitsgeschichte durch die USA starben Zehntausende Menschen. US-Außenminister Kerry gedachte jetzt in Hiroshima der Toten und zeigte sich tief bewegt.

Außenminister John Kerry hat als erster Chefdiplomat der USA das Mahnmal zum Gedenken an den US-Atombombenabwurf in Hiroshima besucht.

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Historisches Treffen in Hiroshima

Gemeinsam mit seinen Kollegen der sieben führenden Industriestaaten (G7) und der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini besichtigte er zunächst das Museum, in dem an die Zerstörung der japanischen Stadt am 6. August 1945 erinnert wird, und legte anschließend wie die anderen Minister einen Kranz an dem Mahnmal nieder. Deutschland wurde bei der Zeremonie von Außenminister Frank-Walter Steinmeier vertreten.

Durch die Atombombe starben etwa 90.000 Menschen sofort. Weitere 100.000 bis 160.000 Menschen erlagen den Spätfolgen der Nuklearexplosion. Nach dem Abwurf einer zweiten Atombombe auf Nagasaki drei Tage später, erklärte Japan im Zweiten Weltkrieg seine Kapitulation.

Die G7-Außenminister in der Gedenkstätte für die Atombombenopfer in Hiroshima (Foto: Reuters)

Die G7-Außenminister in der Gedenkstätte für die Atombombenopfer in Hiroshima

Für Welt ohne Atomwaffen

Nach dem Besuch der Gedenkstätte sagte Kerry, er sei tief bewegt. Die Ausstellung im Hiroshima-Museum sei "herzzerreißend" und ein Appell, sich mit aller Kraft für eine Welt ohne Atomwaffen einzusetzen. Im Vorfeld des Besuches von Kerry war in Japan über eine offizielle Entschuldigung der USA für den Atombombenangriff spekuliert worden. Aus Kreisen der US-Delegation wurde aber dementiert, dass es solche Überlegungen gebe.

Steinmeier warb für die Bereitschaft zu Konfliktlösungen ohne Gewalt. "Vermutlich steht kein anderer Ort so sehr für die Verantwortung der Staaten für eine Welt ohne Krieg, für eine friedlichere Welt", wie Hiroshima sagte der deutsche Außenminister. Japan habe Hiroshima "nicht ohne Bedacht" als Tagungsort für die Außenminister der G7-Staaten gewählt. Es sei ein "notwendiges Treffen an einem wirklich historischen Ort".

Kampf gegen Terror

Das Treffen der Außenminister der USA, Kanadas, Japans, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens und Deutschlands diente der Vorbereitung des Gipfels der G7 Ende Mai in der japanischen Region Ise-Shima. Dann wollen die sieben führenden Industrienationen einen gemeinsamen Aktionsplan zum Kampf gegen den internationalen Terrorismus verabschieden. Nach Angaben der Außenminister sieht er unter anderem einen engeren Datenaustausch und strengere Grenzkontrollen vor. Zudem sollen Terrormilizen wie dem sogenannten "Islamischen Staat" (IS) die Finanzierungswege abgeschnitten werden.

Mit Blick auf die jüngsten Terroranschläge in Belgien, der Türkei und anderen Ländern heißt es in der Abschlusserklärung des Ministertreffens: "Der Terrorismus ist eine akute Gefahr für die weltweite Sicherheit, die internationale Zusammenarbeit und gemeinsame Antworten erfordert."

Unterstützung für Syrien-Vermittler

In der Erklärung nehmen die Minister zudem Bezug auf alle großen Krisenherde der Weltpolitik. Die Bemühungen des UN-Sondervermittlers Staffan de Mistura für ein Ende des Kriegs in Syrien werden darin mit Nachdruck unterstützt. Zugleich appelliert die G7 an Russland, mehr Anstrengungen für eine Lösung des Ukraine-Konflikts zu unternehmen. Russland ist wegen der Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim seit 2014 von den G7-Treffen ausgeschlossen.

wl/SC (dpa, afp, rtr)

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