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Asien

US-Armee greift erneut Ziele in Pakistan an - mehr als 20 Tote

Die US-Armee hat erneut Ziele in Pakistan angegriffen: Mehr als 20 Menschen starben bei zwei Raketen-Angriffen in der Nähe der Grenze zu Afghanistan – darunter auch ein ranghoher El-Kaida-Funktionär.

US-Drohne (Archiv, Quelle: AP)

Eine Drohne der US-Armee hat zwei Dörfer im Nordwesten Pakistans beschossen

Die Geschosse seien nach Angaben aus Geheimdienstkreisen am Freitag (31.10.2008) auf zwei Dörfer im Nordwesten des Landes abgefeuert worden. Unter den Todesopfern waren den Angaben zufolge ausländische Kämpfer, darunter ein arabischer Extremist namens Abu Kasha Iraqi. Er wird verdächtigt, Anschläge auf ausländische Soldaten in Afghanistan organisiert zu haben.

Bei dem ersten Angriff sollen zwei von US-Drohnen abgeschossene Raketen in der an Afghanistan grenzenden Provinz Nord-Waziristan ein Fahrzeug und ein Haus zerstört haben. Bei den 16 Todesopfern dieses Angriffs handele es sich überwiegend um arabischstämmige Aufständische, erklärten Behördenvertreter

Eine Rakete habe das Fahrzeug getroffen, in dem der Islamist Abu Kasha Iraqi und seine vier Begleiter unterwegs waren, sagte ein Angehöriger des pakistanischen Geheimdienstes, der namentlich nicht genannt werden wollte. Die Männer waren zu einem Haus in Nord-Waziristan unterwegs, das ebenfalls von einer Rakete zerstört und in Brand gesetzt wurde. Etwa zwei Stunden später trafen mehrere Raketen ein Dorf in Süd-Waziristan

und töteten sieben Menschen.

Vergeblicher Protest

Abu Kasha Iraqi soll im Nordwesten Pakistans unterwegs gewesen sein, um bei dortigen Taliban-Führern dafür zu werben, keine pakistanischen Sicherheitskräfte mehr anzugreifen, sagte ein anderer pakistanischer Geheimdienstangehöriger. Das sei der "islamischen Sache" der Taliban in Afghanistan nicht dienlich, habe Abu Akash argumentiert.

zerstörtes Fahrzeug (Quelle: AP)

Nach dem Selbstmordanschlag in Mardan: Zerstörtes Polizeifahrzeug

Pakistan hat mehrfach gegen US-Angriffe aus Afghanistan auf seinem Gebiet protestiert. Die Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan gelten als Rückzugsgebiet für die Taliban und El-Kaida. Erst am Mittwoch hatte das pakistanische Außenministerium US-Botschafterin Anne Patterson einbestellt und die Attacken als "Verletzung von Pakistans Souveränität" veruteilt. Die USA sollen in diesem Jahr bei derartigen Angriffen bereits mindestens zwei ranghohe Kommandeure der El Kaida getötet haben. Seit August sollen die US-Streitkräfte für mindestens 17 Angriffe in Pakistan verantwortlich sein.

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 sind beide Staaten Verbündete im Kampf gegen den Terror. Pakistan wurde jedoch schon oft kritisiert, nicht entschieden genug gegen Extremisten vorzugehen. Das Grenzgebiet zu Afghanistan gilt als Hochburg der Taliban, auch El-Kaida-Anführer Osama bin Laden wird dort vermutet.

Auch Pakistans Armee griff Islamisten an

Auch die pakistanische Armee selbst ging am Freitag gegen islamistische Kämpfer vor. Die Streitkräfte griffen in den halbautonomen Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan Taliban-Stellungen an. Dabei wurden Medienberichten zufolge acht Taliban-Kämpfer, zwei Kinder und eine Frau getötet. Am selben Tag sprengte sich in Mardan rund 50 Kilometer nordöstlich von Peshawar ein Selbstmordattentäter in die Luft. Dabei starben mindestens fünf Polizisten und vier Zivilisten. Hinter dem Anschlag werden die Taliban vermutet. (det/mag)

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