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Wirtschaft

US-Absatz von VW bricht ein

Volkswagen bekommt in den USA die Quittung für die Abgas-Manipulationen. Trotz einer Rabattoffensive ist der Verkauf von Autos deutlich zurückgegangen. Das war nicht die einzige schlechte Nachricht für den Konzern.

Erstmals seit Bekanntwerden der Abgas-Manipulationen hat Volkswagen in den USA ein krachendes Minus bei den Verkäufen hinnehmen müssen. Im November verkaufte der Volkswagenkonzern von seiner Kernmarke VW nur noch 23.822 Autos. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Rückgang um ein knappes Viertel.

Die Zahlen spiegelten den Verkaufsstopp der Autos mit 2,0- und 3,0-Liter-Dieselmotoren wider, kommentierte das Unternehmen. In den beiden Monaten zuvor hatte VW sogar noch ein Mini-Plus erzielt, allerdings gab es da auch jeweils einen Verkaufstag mehr als ein Jahr zuvor. Marktforscher hatten im November von einer Rabattoffensive in den USA berichtet - doch auch das half anscheinend nicht. Besonders beim Passat und beim Jetta, dem wichtigsten Modell, lief es schlecht. Die VW-Tochter Audi kam auf ein Absatzplus von 0,4 Prozent, obwohl auch die Ingoldstädter vom Skandal um geschönte Werte betroffen sind. In den Vormonaten fiel das Plus aber deutlich höher aus.

USA nur kleiner Markt für VW

Der Marktanteil von Volkswagen in den USA ist relativ niedrig und beläuft sich auf etwa drei Prozent. Allerdings hatte das Management starkes Wachstum in den USA als Ziel vorgegeben. Die Zahlen des Autobauers stehen nun im Kontrast zu den jüngsten Absatzrekorden der Konkurrenz auf dem US-Markt.

USA VW Werkseröffnung Chattanooga (Foto: EPA/FRISO)

Das VW-Werk in Chattanooga

In den USA hatte der Abgas-Skandal mit Enthüllungen der US-Umweltbehörden seinen Ausgang genommen. VW hatte Mitte September eingeräumt, mit einer Software Abgastests von Dieselfahrzeugen manipuliert zu haben und den Verkauf einiger Modelle gestoppt.

Herabstufung durch Standard & Poor's

Wegen des Diesels-Gates musste VW eine weitere schlechte Nachricht verkraften. Die Ratingagentur Standard & Poor's stufte die Kreditwürdigkeit des Unternehmens erneut nach unten. Die Geschäftsaussichten für VW hätten sich eingetrübt, das Image der Marke sei angekratzt.

Statt wie bisher "A-" vergeben die Finanzexperten VW nur noch ein "BBB+" an die Wolfsburger. Alle drei großen Ratingagenturen Moody's, Fitch und S&P hatten VW seit dem Abgas-Skandal bereits einmal abgestuft. Damit könnte es für den VW-Konzern künftig teurer werden, sich frisches Geld zu besorgen.

Belegschaft ist verunsichert

Am Mittwoch kommen zum zweiten Mal seit Bekanntwerden des Abgas-Skandals die Mitarbeiter im Wolfsburger Stammwerk zu einer Betriebsversammlung zusammen. Bei der nicht öffentlichen Veranstaltung sollen die Beschäftigten über weitere Schritte in der Aufklärung der Abgas-Affäre informiert werden. Obwohl nach Aussage von VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh die Stammbelegschaft nicht gefährdet sei, ist die Verunsicherung bei den Mitarbeitern groß.

Fragen hat vor allem die Ankündigung von verlängerten Weihnachtsferien aufgeworfen. Auch die Ankündigung, dass die rund 120.000 Mitarbeiter im Haustarifvertrag in diesem Jahr auf die sonst üblichen Bonuszahlungen verzichten müssen, belastet die Stimmung in der Belegschaft. Im Jahr 2014 hatte der Konzern festangestellten Mitarbeitern jeweils 5900 Euro Prämie gezahlt.

nm/ul (dpa, rtr, afp)