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Amerika

Uruguay sucht Schulterschluss mit Europa

Uruguay gehört zu den kleineren Staaten Südamerikas - dennoch ließ es sich Bundesaußenminister Guido Westerwelle nicht nehmen, dem Land einen Besuch abzustatten. Schließlich geht es auch um Wirtschaftsinteressen.

Flagge von Uruguay und Bild von Guido Westerwelle (Grafik: DW)

Westerwelle in Montevideo

In Uruguay, der nach Chile und Argentinien dritten Station seiner Südamerika-Reise, rannte Außenminister Westerwelle sprichwörtlich offene Türen ein. Die neue Regierung in Montevideo rief Europa und insbesondere Deutschland auf, ein Gegengewicht zum chinesischen Engagement in Lateinamerika zu bilden. Staatspräsident Jose Mujica erklärte bei einem Treffen mit Westerwelle, das große Interesse Asiens an der Region sollte durch eine enge Bindung an Europa ausbalanciert werden.

Uruguay hat "Bedarf"

Jose Mujica (Foto: Frente Amplio)

Jose Mujica wünscht sich weniger Einfluss Chinas

"Die Tür steht offen", sagte Mujica wörtlich. Er wünsche sich ein stärkeres Engagement Deutschlands unter anderem bei der Agrochemie und in der Veterinärmedizin. Um mehr Jugendlichen den Zugang zum Internet zu ermöglichen, gebe es in Uruguay zudem einen Bedarf beim Ausbau neuer Technologien. Der ehemalige Guerillakämpfer Mujica hatte das höchste Staatsamt erst am 1. März übernommen. Er war Mitbegründer der sogenannten Tupamaros, die in den 1960er Jahren mit Bombenanschlägen und Entführungen gegen die damalige Regierung kämpften. Fast 15 Jahre saß er im Gefängnis.

Westerwelle, der von einer Wirtschaftsdelegation begleitet wird, sicherte der uruguayischen Regierung Unterstützung zu: "Wir wollen eine Vertiefung der Zusammenarbeit." Dies gelte etwa für die Energiewirtschaft. Insbesondere bei erneuerbaren Energien hätten kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland viel zu bieten, betonte der Außenminister und Vizekanzler.

Schwerpunkt auf Lateinamerika

Logo des Staatenbundes Mercosur

Mit Blick auf den EU-Südamerika-Gipfel am 18. Mai in Madrid sprach sich Westerwelle für engere Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der lateinamerikanischen Staatengemeinschaft Mercosur aus. Die jetzige Bundesregierung setze einen besonderen Schwerpunkt auf Lateinamerika, sagte Westerwelle. Da gebe es ein großes politisches, wirtschaftliches, wissenschaftliches und kulturelles Potenzial.

Mit seinem Amtskollegen Luis Almagro unterzeichnete Westerwelle ein Doppelbesteuerungsabkommen. Almagro wertete die Vereinbarung als wichtigen Schritt im Kampf gegen Steuerhinterziehung. Dies sei der Beweis, dass sich Uruguay weiter für den Rest der Welt öffne. Ziel sei, dass sein Land von der "Grauen Liste" der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gestrichen werde.

Letzte Station: Brasilien

Brasilia (Foto: J. Sorges)

Zunächst besucht Westerwelle Brasilia - die Hauptstadt

An diesem Mittwoch (10.03.2010) stehen Treffen mit Regierungsvertretern in Brasilien auf Westerwelles Programm. Auch bei den Gesprächen in Brasilia dürfte es in erster Linie um wirtschaftliche Themen gehen, denn Brasilien ist Deutschlands wichtigster Handelspartner in Lateinamerika. Im größten Land Südamerikas sind etwa 1200 deutsche Unternehmen aktiv, die 250.000 Menschen beschäftigen und rund zehn Prozent zum industriellen Bruttoinlandsprodukt beitragen.

Nach seinem Aufenthalt in Brasilia wird Westerwelle in den kommenden Tagen auch noch die Millionen-Metropolen São Paulo und Rio de Janeiro besuchen, wo er sich über die anstehenden Sport-Großereignisse informieren will. Brasilien richtet 2014 die Fußball-Weltmeisterschaft und 2016 die Olympischen Sommerspiele in Rio aus.

Autor: Christian Walz (apn, dpa)
Redaktion: Susanne Eickenfonder

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