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Kultur

Urteil im spektakulären Kunstraub von Paris

Fast sieben Jahre sind seit dem Kunstdiebstahl vergangen. Der Dieb Vjéran Tomic stahl fünf wertvolle Gemälde von Picasso bis Matisse aus dem Pariser Museum für Moderne Kunst. Dafür ist er nun verurteilt worden.

Acht Jahre muss Vjéran Tomic ins Gefängnis. Der 49-Jährige gab zu, die Gemälde von Picasso, Matisse, Modigliani, Braque und Léger in einem Gesamtwert von mindestens 100 Millionen Euro gestohlen zu haben. Der als "Spiderman" bekannte Tomic hatte bereits zahlreiche Vorstrafen. Mit ihm wurden auch zwei Hehler zu je sechs und sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Die drei Männer sollen außerdem eine Strafe in Höhe von 104 Millionen Euro an die Stadt Paris zahlen, der die Sammlung gehört. Das entspricht in etwa dem Wert der bis heute verschollenen Werke.

Seine Auftraggeber wollte der Kunstdieb während des Prozesses nicht verraten. Die gestohlenen Werke, die wegen ihrer Bekanntheit als unverkäuflich gelten, sind bis heute nicht gefunden worden. Einer der Hehler behauptete, sie weggeworfen zu haben, was die Ermittler ihm nicht glaubten.

In der Verhandlung erklärte die Staatsanwaltschaft, Tomics "Professionalität grenze an Exzellenz". Er habe allerdings "nichts von einem Gentleman", sondern sei ein Krimineller ohne jedes Unrechtsbewusstsein. Tomic selbst verglich sich gegenüber Journalisten mit dem Meisterdieb Arsène Lupin, dem Helden eines in Frankreich berühmten Romans des Autors Maurice Leblanc.

Museum nicht ausreichend geschützt?

Auch dieses Bild von Pablo Picassos wurde aus einem Pariser Museum gestohlen: Le pigeon aux petits pois. Foto: picture-alliance/dpa

Pablo Picassos "Le pigeon aux petits pois" zählt zu den geraubten Meisterwerken von Paris

Der Kunstraub sorgte auch deshalb für Schlagzeilen, weil der maskierte Dieb nachts ungehindert durch das Museumsfenster eingestiegen war. Der Einbruch offenbarte erstaunliche Sicherheitslücken in dem Pariser Museum: Drei Wärter nahmen von der Tat keine Notiz. Die Bewegungsmelder funktionierten seit Monaten nicht. Die Alarmanlage, die durch die zerschlagene Fensterscheibe hätte ausgelöst werden müssen, war außer Betrieb.

Erst am Morgen gegen 6.50 Uhr fiel der Diebstahl einem Wächter bei seiner Runde auf. Auf Überwachungskameras war zu sehen, dass eine einzelne Person durch ein Fenster in das Museum einstieg. Hatte der Kunstdieb einen Tipp von Museumsmitarbeitern bekommen, wie der deutsche Versicherungsexperte Dirk Heinrich im DW-Interview vermutet? Das Museum in der Nähe des Pariser Eiffelturmes sei offenkundig nicht ausreichend geschützt gewesen, meint Heinrich, Direktor der Kunstversicherung Axa Art für Deutschland und Österreich mit Sitz in Köln.

Journalisten warten vor dem Eingangsportal des Pariser Kunstmuseums. Foto: picture-alliance/dpa

Journalisten warten vor dem Eingangsportal des Pariser Kunstmuseums

Die Polizei kam dem - wegen anderer Kunstdiebstähle verurteilten - Tomic durch einen Insider-Tipp auf die Spur. Das teuerste unter den gestohlenen Bildern ist das Werk "Le pigeon aux petits pois" ("Die Taube mit grünen Erbsen") des spanischen Malers Pablo Picasso. Darüber hinaus erbeuteten die Diebe Werke der französischen Maler Henri Matisse, Georges Braque und Fernand Léger sowie ein weiteres des italienischen Künstlers Amedeo Modigliani.

sd/suc (dpa/afp)

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