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Kultur

Urteil im "Picasso-Prozess" gefallen

Im Prozess gegen den früheren Elektriker Pablo Picassos und dessen Ehefrau ist das Urteil gefallen: Das Gericht in Grasse in Südfrankreich verurteilte das Rentnerpaar zu zwei Jahren Haft auf Bewährung.

Das Gericht hat entschieden: Der pensionierte Pierre Le Guennec und seine Ehefrau Danielle haben sich der Hehlerei schuldig gemacht. Der frühere Elektriker Picassos hatte beteuert, 271 bis dahin unbekannte Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen des weltbekannten Malers (1881 - 1973) als Lohn für Handwerksarbeiten von den Picassos geschenkt bekommen zu haben. 40 Jahre lang hätte er die wertvollen Arbeiten in seiner Garage im südfranzösischen Mouans-Sartoux gelagert.

Bis zu 100 Millionen Euro

Im November 2010 waren sie dann aufgetaucht - Pierre und Danielle Le Guennec hatten die Werke den Picasso-Erben gezeigt, um sich deren Echtheit bestätigen zu lassen. Der versteckte Bilderschatz mit Arbeiten Picassos aus den Jahren 1900 bis 1932 hatte die Kunstwelt in helle Aufregung versetzt und weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Der Wert des Kunstfundes wird heute auf bis zu 100 Millionen Euro geschätzt.

Das Renterpaar will die kostbaren Werke zwischen 1970 und 1973 erhalten haben - als Bezahlung für Arbeiten auf dem Hof von Notre-Dame-de-Vie in Mougins, dem letzten Wohnort Picassos bis zu seinem Tod. Die Kiste mit den Kunstwerken habe er von Pablo und seiner Ehefrau Jacqueline bekommen, so Pierre Le Guennec: "Sie hat gesagt: 'Das ist für Sie.'" Picasso habe "absolutes Vertrauen" in ihn gehabt, "vielleicht wegen meiner Diskretion".

Picassos Erben glauben der Aussage nicht

Frankreich Prozess Picasso Garagenfund Pierre Le Guennec

Claude Ruiz Picasso und seine Schwester Maya vor Gericht

Die Erben Picassos hatten die Werke konfiszieren und in einen Tresor nach Paris verlagern lassen. Im Mai 2011 wurde ein Ermittlungsverfahren gegen das Rentnerpaar wegen "Hehlerei mit gestohlenen Objekten" eingeleitet. Picassos Erben und auch zahlreiche Experten hatten die Aussage des 75-Jährigen Le Guennec in Zweifel gezogen. Picasso habe sich nachweislich nur sehr ungern von seinen Arbeiten getrennt. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass er die Werke über Jahrzehnte aufbewahrt und sie dann innerhalb von drei Jahren aus der Hand gegeben habe. Claude Ruiz-Picasso, Picassos Sohn und Mitverwalter der Picasso-Administration, brachte außerdem das Argument vor, sein Vater habe Geschenke stets datiert und mit Widmung versehen.

Vor Gericht wurde der Vorwurf erhoben, hinter dem Rentner stehe in Wahrheit ein internationaler krimineller Kunstschieber-Ring, der die Werke habe stehlen lassen. "Der Mythos des kleinen Elektrikers" sei nicht haltbar, sagte der Anwalt der Erben. Die Staatsanwaltschaft hatte im Februar 2015 eine fünfjährige Bewährungsstrafe für das Rentnerpaar gefordert.

nf/ab (afp,dapd,dpa)

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Pierre Le Guennec und seine Frau Danielle im Kreuzverhör der Medien

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