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Aktuell Afrika

Urteil gegen Mubarak verschoben

Der Prozess gegen Ägyptens Ex-Präsident zieht sich in die Länge. Das Strafgericht in Kairo will das Urteil nun erst Ende November verkünden. Offenbar hinkt das Gericht mit der Auswertung der Akten hinterher.

Gleich zu Beginn der Verhandlung zeigte Richter Mahmud Kamel al-Rashidi ein Video, auf dem unzählige Prozessakten zu sehen waren, die das Gericht auswerten muss – insgesamt 160.000 Seiten. Er selbst, wie auch die Anklagevertreter hätten die Auswertung der Beweise in dem Fall noch nicht abgeschlossen, sagte der Richter und verschob die Urteilsverkündung. Über die Schuld des ehemaligen ägyptischen Präsidenten soll nach Angaben des Gerichts nun am 29. November entschieden werden.

Der Angeklagte Husni Mubarak nahm die Entscheidung in einem Rollstuhl im vergitterten Bereich für die Angeklagten zur Kenntnis – die Augen hinter einer dunklen Sonnenbrille verborgen. Ein Hubschrauber hatte ihn zuvor aus einem Militärkrankenhaus zum Verhandlungssaal am Stadtrand von Kairo gebracht.

800 tote Demonstranten

Mubarak wird vorgeworfen, für den Tod hunderter regierungskritischer Demonstranten Anfang 2011 verantwortlich zu sein. Während des Aufstandes gegen ihn waren im Januar und Februar 2011 mehr als 800 Menschen ums Leben gekommen. Neben dem Ex-Staatschef sind auch der frühere Innenminister Habib al-Adli sowie sechs weitere Männer angeklagt.

Der 86-Jährige Mubarak hatte im Prozess jede Schuld an dem Tod von Demonstranten zurückgewiesen. Eine frühere Verurteilung gegen ihn zu lebenslanger Haft war wegen Verfahrensfehlern aufgehoben worden.

Ägyptens Ex-Machthaber auf einer Krankenbahre, neben ihm Sicherheitspersonal (Foto: AFP)

Auf einer Krankenliege wurde Ägyptens Ex-Machthaber zum Gericht gebracht

In einem separaten Verfahren will das Gericht außerdem ein Urteil über Mubarak wegen Korruptionsvorwürfen bekanntgeben. Hier sind auch Mubaraks Söhne Gamal und Alaa sowie ein flüchtiger ägyptischer Geschäftsmann mitangeklagt.

Auch Mursi vor Gericht

Mubarak war nach drei Jahrzehnten an der Macht am 11. Februar 2011 nach einer wochenlange Revolte gestürzt worden. Sein Nachfolger, der aus der Muslimbruderschaft hervorgegangene Mohammed Mursi, Ägyptens erster demokratisch gewählter Staatschef, wurde im Juli vergangenen Jahres vom Militär gestürzt. Er muss sich ebenfalls vor Gericht verantworten - unter anderem wegen Anstachelung zum Mord an sieben Demonstranten während der gegen ihn gerichteten Proteste im Dezember 2012.

cw/cr (dpa, apf, ape)