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Aktuell Amerika

Urteil gegen Ex-Machthaber Rios Montt aufgehoben

Zu 80 Jahren Haft wegen Völkermords und Verbrechen gegen die Menschlichkeit war der frühere Diktator Guatemalas am 10. Mai verurteilt worden. Nun muss der Prozess wegen Verfahrensfehlern neu aufgerollt werden.

Das guatemaltekische Verfassungsgericht hat das Urteil gegen den früheren Machthaber Efraín Ríos Montt am Montagabend (Ortszeit) aufgehoben und einen neuen Prozess angeordnet. Während der mündlichen Verhandlung seien der Strafkammer Verfahrensfehler unterlaufen, zitierte die Zeitung "El Periódico" aus der Begründung. So seien die Rechte der Verteidigung beschnitten worden.

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Guatemalas Ex-Diktator verurteilt (11.05.2013)

Ríos Montt war am 10. Mai wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 80 Jahren Haft verurteilt worden. Während seiner Herrschaft von März 1982 bis August 1983 soll er für Mord, Folter und die Zwangsumsiedlung tausender Indios verantwortlich gewesen sein. Laut Urteil wurden damals 1.771 Angehörige der Maya-Ethnie der Ixil getötet. Menschenrechtsaktivisten hatten das Urteil gegen den 86-Jährigen als historisch gefeiert. Nie zuvor war bisher ein de facto Ex-Staatschef von einem einheimischen Gericht wegen Völkermordes verurteilt worden.

Die Anwälte von Ríos Montt hatten allerdings bereits während des Verfahrens eine ganze Reihe von Beschwerden eingelegt. Unter anderem monierten sie, dass nicht alle Entlastungszeugen gehört worden seien. Direkt nach dem Urteil legten sie Berufung ein. Nach der Entscheidung des Verfassungsgerichts muss nun die mündliche Verhandlung wiederholt werden. Ríos Montt wird wegen Bluthochdrucks und Problemen mit der Prostata seit rund einer Woche in einem Militärkrankenhaus behandelt.

sti/se (epd, dpa)

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