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Kultur

Ursache für Zugunglück in Japan noch immer unklar

Bei dem Zugunglück in Japan hat sich die Zahl der Opfer auf 76 erhöht. Drei Waggons waren aus den Gleisen gesprungen, einer raste in ein Hochhaus. Unterdessen wurde der Fahrtenschreiber des Zuges gefunden.

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Helfer suchen weiter nach eingeklemmten Verletzten

Am Montag (25.4.2005) war gegen 9.20 Uhr Ortszeit in Amagasaki in der Provinz Hyogo nahe der Großstadt Osaka ein Pendlerzug entgleist - mit 580 Menschen an Bord. Drei Waggons sprangen bei mindestens Tempo 70 aus den Schienen, einer von ihnen krachte gegen das Hochhaus. Ob tatsächlich überhöhte Geschwindigkeit die Katastrophe verursacht hat, ist noch ungeklärt. Die Polizei ermittelt. Sie stellte am Dienstag den Fahrtenschreiber des Zuges sicher. Derweil versuchten Retter weiterhin, Opfer aus den völlig zerstörten Wagen zu bergen. Noch zehn Passagiere wurden unter den Trümmern vermutet.

Zu wenig Tragen

Mindestens 456 Menschen wurden verletzt, 151 davon schwer, heißt es in Medienberichten. Demnach befanden sich an Bord des Zuges viele Berufspendler, Schüler und Studenten.

Auf Fernsehbildern waren vor Ort Krankenwagen und Retter mit Tragen zu sehen, die versuchten, die Eingeschlossenen zu befreien. Augenzeugen berichteten, es stünden zu wenig Tragen zur Verfügung. Deshalb nutzten Helfer Sitze des Zuges, um Verletzte herauszutragen.

Zugunglück in Japan

Unglücksort in Amagasaki in der Provinz Hyogo nahe der Großstadt Osaka

Junger Lokführer

Das Schicksal des jungen Lokführers blieb vorerst unklar - auf dem Fahrersitz wurde ein uniformierter Mann gefunden, bei dem es sich vermutlich um den Zugführer handelt. Nach Angaben der Eisenbahngesellschaft West Japan Railway (JR West) war der 23-Jährige, der erst über elf Monate Berufserfahrung verfügt, beim vorherigen Bahnhof beim Halten 40 Meter zu weit gerollt und hatte zurücksetzen müssen. Er sei daraufhin eineinhalb Minuten später als vorgesehen abgefahren. Augenzeugen sagten, der Zug sei kurz vor dem Unglück schneller als gewöhnlich unterwegs gewesen. Nach Medienberichten fuhr er mindestens 100 statt der erlaubten 70 km/h.

Inspekteure fanden Anzeichen, dass ein Stein oder etwas anderes auf den Gleisen gelegen haben könnte. Sie konnten aber nicht sagen, ob dies die Ursache für das Unglück war. Nun soll der gefundene Fahrtenschreiber Aufschluss geben.

Zweites Unglück innerhalb von zwei Tagen

Unterdessen hat sich am Dienstag (26.5.2005) in der japanischen Provinz Ibaraki ein weiterer Zugunfall ereignet, der aber deutlich glimpflicher ausging: Ein Expresszug rammte einen Lastwagen an einem Bahnübergang. Der Lkw-Fahrer wurde leicht verletzt, die Fahrgäste kamen mit dem Schrecken davon.

In der Regel gilt das japanische Bahnsystem nicht nur als äußerst pünktlich, sondern auch als sicher. Der letzte große Unfall ereignete sich im März 2000 in der Tokioter U-Bahn, als fünf Menschen starben und 33 verletzt wurden. Das schwerste Zugunglück der jüngsten japanischen Geschichte liegt rund 40 Jahre zurück. Damals waren im westjapanischen Shigaraki 42 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 600 verletzt worden. (mas/reh)

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