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Wissen & Umwelt

Ursache für Honigbienen-Massensterben gefunden!

Bislang gab es mehrere Hauptverdächtige für das seit Jahren andauernde dramatische und mysteriöse Massensterben der Honigbiene: neben der berüchtigten Varroa-Milbe machten Bienen-Experten bislang verschiedene Virenarten, Bakterien, Pilze und Pestizide verantwortlich. Die meisten dieser Vermutungen scheinen auch zuzutreffen und hängen, nach Ansicht der Entomologen, in sehr komplexer Weise miteinander zusammen.

Honigbiene auf einer roten Blüte (Foto: AP)

Auf der ganzen Welt kommt es immer wieder zu Massensterben der ökologisch und ökonomisch wertvollen Honigbiene

Bei ihren Untersuchungen stellten die Forscher fest, dass bei den erkrankten Bienen die Eiweiß-Synthese massiv gestört ist. Ein Grund dafür könnten Viren sein, vermuten die Entomologen der University of Illinois in Urbana-Champaign. So entdeckten sie im Verdauungstrakt der kranken Bienen außergewöhnlich viele Bruchstücke der ribosomalen RNS (Ribonukleinsäure). Diese ist in den Eiweißfabriken der Zellen, den Ribosomen, maßgeblich an der Produktion von Proteinen beteiligt. Genau diese Eiweiß-Herstellung, sagen die Forscher, sei bei einem Bienenvolk-Kollaps (Colony Collapse Disorder, kurz CCD) massiv gestört. Die Forscher schreiben im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Science, dass vor allem Picorna-Viren die Ribosomen besetzen und sie zur Bildung viraler Proteine zwingen.

Hier fügen sich einige Puzzleteile zusammen. Denn zu den Picorna-Viren zählt neben dem Flügeldeformationsvirus auch das IAPV, das Israeli Acute Paralysis Virus, das in einer früheren Studie als Hauptverdächtiger des Bienensterbens ausgemacht wurde. Erkrankte Bienen zittern mit den Flügeln, zeigen dann Lähmungserscheinungen und sterben wenige Tage nach der Infektion außerhalb des Stockes. Übertragen werden Picorna-Viren von der Varroa-Milbe, die ebenfalls im Ruf steht, an dem Bienen-Massensterben beteiligt zu sein.

Bienen auf Honigwaben (Foto: Bilderbox)

In Deutschland hat sich die Zahl der Bienenvölker in den letzten 15 Jahren fast halbiert. In den USA sind in manchen Regionen nahezu 90 Prozent der Bienenvölker kollabiert

Ist die Proteinproduktion der Ribosomen erst einmal gestört, werden die Bienen auch anfälliger für andere schädliche Einflüsse. "Wenn das Ribosom beeinträchtigt ist, kann man nicht mehr auf Pestizide reagieren, nicht mehr auf Pilzinfektionen oder Bakterien oder Mangelernährung, denn das Ribosom ist zentral für das Überleben von jedem Organismus", erläutert Projektleiterin May Berenbaum. "Denn zum Überleben braucht man eben Proteine."

Ht/PNAS/dpa

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