Urlaub auf Privatinsel: Ethikkommission ermittelt gegen Trudeau | Aktuell Amerika | DW | 17.01.2017
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Aktuell Amerika

Urlaub auf Privatinsel: Ethikkommission ermittelt gegen Trudeau

Die Geschichte beherrscht die kanadischen Medien seit Tagen: Premier Justin Trudeau soll im Zuge seines Familienurlaubes gegen von ihm selbst auferlegte Ethikregeln verstoßen haben.

Kanada Premierminister Justin Trudeau (Reuters/C. Wattie)

Die Ermittlungen gegen den kanadischen Premierminister Justin Trudeau haben begonnen

Seinen Urlaub zum Jahreswechsel verbrachte der liberale Premierminister mit seiner Frau und seinen drei Kindern auf Kosten des Multimilliardärs Karim Aga Khan IV. auf dessen Privatinsel in der Karibik. Begleitet wurde die Familie Trudeau von dem Vorsitzenden der Liberalen Partei sowie von einem liberalen Abgeordneten und deren Ehefrauen.

Für den Flug von Nassau, der Haupstadt der Bahamas, in das nahegelegene Feriendomizil stellte Khan seinen Privathubschrauber zur Verfügung. Trudeau selbst hatte allerdings im Jahr 2015 die Einführung von Ethikregeln durchgesetzt, in denen er Regierungsmitgliedern die Nutzung von Privatflügen ohne Zustimmung der Ethikkommission, untersagt. Nun wird gegen den kanadischen Premier in diesem Fall ermittelt.

Dem TV Sender CBC versicherte Trudeau die volle Kooperation während der Untersuchung: "Wir werden alle möglichen Gespräche haben in den kommenden Tagen und ich bin mir sicher, am Ende wird alles ausgebügelt sein."

Gleichzeitig verteidigt Trudeau allerdings sein Verhalten und hebt hervor, dass Aga Khan seit Jahren ein enger Freund der Familie sei und er ihn seit seiner Kindheit kenne.

Der Multimilliardär Aga Khan, welcher die kanadische Ehrenbürgerschaft im Jahr 2009 erhielt,  ist seinerseits Oberhaupt der schiitischen Glaubensgemeinschaft der Ismailiten und somit spiritueller Anführer von 15 Millionen Muslimen. Zusätzlich ist er Gründer der Aga-Khan-Stiftung, einer nichtstaatlichen Entwicklungshilfeorganisation. Die Opposition beschuldigt Trudeau in diesem Zusammenhang eines möglichen Interessenkonfliktes, denn die kanadische Regierung subventionierte die Stiftung in der Vergangenheit mit Millionenbeträgen.

pf/stu/hk (afpd, eca, bdt)